Niedertiefenbach
Die Juden der Ortschaften Niedertiefenbach, Obertiefenbach und Roth bildeten um 1841 einen Synagogenbezirk, vereint mit Singhofen. In Niedertiefenbach wohnten zu diesem Zeitpunkt 3 Familien, in Obertiefenbach 2 Familien und in Roth 1 Familie. Sie wurden immer der Verbandsgemeinde Singhofen zugerechnet.
Niedertiefenbach hatte aber einen jüdischen Friedhof. Die Fichtenhecke, die den Friedhof einmal umgab, hat sich zu einer stattlichen Baumreihe ausgewachsen.
Auch so abgelegene Friedhöfe wie der in Niedertiefenbach sind nicht davor geschützt, daß nicht irgendwann irgendwelche Chaoten dort ihr Wesen treiben.
In der Frankfurter Rundschau vom 17. 7. 1985 war zu lesen:
"Der alte jüdische Friedhof in Niedertiefenbach ( Rhein-Lahn-Kreis) wurde vermutlich schon am Wochenende verwüstet. Wie erst am Donnerstag zu erfahren war, wurden die Grabsteine mit Hakenkreuzen und NS-Runen beschmiert. Auf dem abseits der 231 Seelen-Gemeinde gelegenen Friedhof standen 28 Grabdenkmäler aus den Jahren 1812 bis 1937. Alle Grabsteine, sagte Hans Stahlhofen, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Katzenelnbogen, zur FR, wurden umgestürzt.
Die Gemeinde hat wegen der Vorfälle der jüdischen Kultusgemeinde Koblenz ihr Bedauern ausgedrückt. Die Kriminalpolizei ist in die Ermittlungen eingeschaltet. In der Gemeinde reagiert man mit Entrüstung. Zur Zeit bereist gerade eine israelische Schülergruppe den Kreis."
Der Weg:
Von Niedertiefenbach fährt man in Richtung Lollschied. Hier zweigt ein Weg zur Dreschhalle rechts ab. Die Mühle links liegenlassend folgt man dem Weg bis zu einer Rechtskurve. In dieser befindet sich der Eingangsweg zum Friedhof.
Statistik:
1843 13 Personen
1905 12 Personen
30.9.1938 4 Personen
Am 11.11.1938 wurde Otto Goldschmidt, geb. 22.11.1901 festgenommen, nach Limburg und später wahrscheinlich nach Frankfurt am Main verbracht.