Das Kriegerdenkmal und seine Kanonen

HEIMAT- UND KULTURVEREIN K.AUB E.V.

Zu Ehren der 71 Kauber Kriegsteilnehmer des deutsch-französischen Krieges von 1870-71 wurde im Jahre 1891 das heute noch auf dem Kauber Marktplatz stehende Kriegerdenkmal errichtet.

Auf einem. quadratischen, zweistufigen Podest ist ein am oberen Ende mit einem kapitellartigen Abschluß versehener Sockel aufgesetzt, dessen Vorderseite im Relief ein von Eichenlaub umranktes Eisernes Kreuz zeigt. Die rechte und die linke Sockelseite ist mit den Namen der 71 Kriegsteilnehmer versehen, die Rückseite trägt die Inschrift: Errichtet vom Cauber Kriegerverein 1891. Darüber angeordnet befindet sich ein abgestumpfter, kapitellbesetzter Obelisk, auf dessen Vorderseite, ebenfalls im Relief, die zu damaliger Zeit üblichen Hoheits- und Kriegsembleme zu sehen sind. Über diesem Relief ist der Schriftzug "Gott mit uns", und darunter "Zur Erinnerung an den Feldzug 1870/71" in Goldbuchstaben eingemeißelt.

Das Denkmal, aus rotem Sandstein, wurde in der Steinmetz-Werkstatt der Gebrüder Jean und Philipp Sipp in Weisel geschaffen. Den oberen Abschluß bildet ein gekrönter, die Schwingen ausbreitender, bronzener Reichsadler.

Die zwei vor dem Denkmal stehenden Kanonen sind ein Geschenk Kaiser Wilhelms II., der sie dem damals bestehenden Kriegerverein im Jahre 1907 übereignete. Die Übergabefeierlichkeiten fanden am 27. Januar 1907 statt, wobei der 1. Vorsitzende des Kriegervereins, Oberförster Lefils, die Festrede hielt. Herr Bürgermeister Herhaus übernahm die Geschütze für die Stadt Kaub und dankte im Namen derselben und ihrer Vertreter.

Es handelt sich bei den Kanonen um das. leichte Feldgeschütz Modell 73, das ab Mitte März 1874 nach den Erfahrungen der Einigungskriege (1866, 1870/71) hergestelllt wurde.

Folgende technische Daten sind bekannt-.

Hinterladergeschütz mit Keilverschluß, Kaliber8,8 cm, einheitlich für die fahrende und reitende Artillerie, nachdem für letztere vorübergehend das Kaliber 7,7 cm eingeführt war. Mit dem Modell C 73 war also die Feldartillerie erstmals einheitlich ausgerüstet.

Die Rohre sind gebräunt und aus geschmiedeten Krupp-Gußstahl. Sie haben einen stetigen, parallelen Drall, 24 Züge und eine Länge von 2,10 m. Sie tragen unter dem Namenszug WR (Wilhelm Rex) die gravierte Aufschrift: "Ultima ratio regis", was soviel bedeutet wie: (Der Krieg) ist der letzte Beweisgrund des Königs. Eine weitere Rohrgravur lautet: "Pro patria et gloria", was bedeutet: Für Vaterland und Ruhm (Ehre).

Die Schußweite beträgt 7 km, das Gewicht 400 kg.

Soweit die Ausführungen zu Denkmal und Kanonen.

Beide befinden sich seit geraumer Zeit in einem nicht gerade lobenswerten Zustand. So sind stellenweise die Sockelkanten ausgebrochen, die Schrift teilweise verblaßt und rundum ist ein witterungsbedingter Moosansatz festzustellen.

Am schlimmsten ist das Holzwerk der Kanonenräder durch Witterungseinflüsse in Mitleidenschaft gezogen.

Der Heimat- und Kulturverein hat sich in jüngster Zeit bemüht, den weiteren Verfall des Denkmal-Ensembles zu unterbinden.

Nach Kontaktaufnahme mit dem gelernten Wagner und Stellmacher, Herrn Werner Schmidt aus Patersberg, erklärte sich dieser bereit, die nicht mehr zu reparierenden Räder durch neue, von ihm gefertigte, zu ersetzen.

Auch mit einem Steinmetzbetrieb wurde, zwecks Ausbesserungsarbeiten am Denkmal selbst, Verbindung aufgenommen.

Die gesamten Restaurierungskosten werden 4000 bis 5000 DM betragen.