Kaub
am Rhein Das Rheinstädtchen Kaub kann auf eine
mehr als tausendjährige, durch schriftliche Zeugnisse
belegte Geschichte zurückblicken. Daß der Ort schon
weit früher besiedelt war, das belegen Grabfunde, die
der La-Tene-Zeit um 500 v. Chr. und dem 3. Jahrhundert n.
Chr. zugeschrieben werden. Am 14. Juni 983 jedoch bestätigt
Kaiser Otto II. in einer Schenkungsurkunde der Mainzer
Kirche unter anderem den "Banpennic", ein
Geleitrecht, das "ad cubam villulam", also bis
zu dem Dörflein Kaub reichen sollte. Der Name "Cuba" erlaubt
verschiedene Deutungsmöglichkeiten. Für die Herkunft
von dem keltischen "Cabi" mit der Bedeutung
"kleines Haus" spricht der frühe Grabfund.
Auch der Ursprung im lateinischen "cubare" =
lagern ist sowohl im Hinblick auf einen eventuellen römischen
Vorposten, als auch auf die Kauber Schieferlager nicht
von der Hand zu weisen, zumal die Römer beim Bau der
Saalburg Kauber Schiefer verwandten. Die Legendenbildung
hat sich eine dritte Möglichkeit zu eigen gemacht, und
leitet den Ortsnamen von Cupa(vini) = (Wein)Kufe ab, denn
der hl. Theonest soll nach seiner Steinigung in einer
durchlöcherten Kufe den Rhein hinabgetrieben sein, und
von hiesigen Anwohnern (die ja dann noch keine "Kauber"
gewesen sein können) gerettet worden sein. Anhänger dieser Version beriefen sich
zudem auf das alte Stadtsiegel mit der Abbildung eines
Bischofs in einer Kufe bzw. einem Schiff, und deuteten
diesen als St. Theonest. Doch wird auch der hl. Nikolaus,
Beschützer der Schiffer und früherer Kirchenpatron
Kaubs in dieser Form dargestellt. Die territoriale Zugehörigkeit Kaubs vor dem Jahr 1250 liegt im Dunkeln. Mit der im frühen 13. Jahrhundert errichteten Burg war ein einträglicher Rheinzoll verbunden, der von seinem Besitzern häufig verpfändet wurde. Burg und Zoll kamen kurz vor 1257 an die Herren von Falkenstein, die diesen Besitz für 2300 Mark Aachener Denare im Jahre 1277 an die Pfalz verkauften. 1289 erwarb Ludwig II. von der Pfalz auch noch die restlichen Rechte der Falkensteiner inklusive der Güter zu Kaub, Weisel, Beiden Dörscheid und Ransel. So zählt Kaub seit 1277 zu den pfälzischen Erblanden, und wurde mit diesen durch den Teilungsvertrag von Pavia im Jahre 1329 endgültig aus der Gemeinschaft mit Bayern abgetrennt. Es entstand ein kleines pfälzisches Amt mit Kaub als Mittelpunkt. Im Jahre 1324 verlieh Ludwig der Bayer seinem Kaub die Stadtrechte, verbunden mit den gleichen Freiheiten, wie Boppard sie besaß. Außerdem ließ er ab etwa 1326 zur Sicherung des Zolls und besseren Überwachung der Rheinschiffahrt an einen Zollturm auf der Rheinaue bauen, der nach Erweiterungen als "Pfalzgrafenstein" zu Kaubs Wahrzeichen wurde. Kirchlich war Kaub eine Filiale der
Mutterkirche in Weisel und verfügte über ein
romanisches Gotteshaus, von dem sich nur der Turm bis
heute erhalten hat. Schon um 1340/50 wurde der Bau
erstmals vergrößert, was mit der Erhebung zur eigenen
Pfarrstelle in Verbindung stehen könnte. "hyl.
Dryfaltigkyts Kirche zu Cuba" wird sie im Jahre 1411
genannt, während der Chor von jeher dem hl. Nikolaus,
dem Patron der Schiffer geweiht war. Das belegt, wie früh
dieser Berufsstand für Kaub Bedeutung besaß. Sogar eine
"Schiffsleute-Bruderschaft" läßt sich für
das Jahr 1452 nachweisen. Bemerkenswert ist, daß bereits
1479 eine Schule in Kaub erwähnt wird, denn vielerorts
bedurfte es erst des Anstoßes durch die Reformation,
bevor man den allgemeinen Unterricht der Jugend für
nowendig hielt. Die Geschichte Kaubs ist reich an kriegerischen Ereignissen. Im Jahre 1504 widerstehen Stadt und Burg einer 39-tägigen Belagerung im Bayrischen-Pfälzischen Erbfolgekrieg. Die Burg trägt seitdem den Ehrennamen "Gutenfels", und im Geschehen um die glüchkliche Befreiung von den Belagerern gründete die im letzten Jahrhundert literarisch aufgearbeitete Sage des "Elslein von Kaub". Im Dreißigjährigen Krieg leidet die
Bevölkerung unter Seuchen, Hungersnot und ständig
wechselden Besatzern. Ein leichtsinnig entfachtes
Lagerfeuer griff 1635 auf das "Städteviertel"
über, und legte unter anderem das Rathaus, Schule und
Pfarrhaus in Schutt und Asche. Nach Kriegsende gab es in
Kaub nur noch 66 Wohnhäuser und 198 Einwohner. Die
wirtschaftliche Folgen des Krieges blieben für fast 100
Jahre spürbar. Erst 1742 zählte Kaub wieder 133
Gewerbetreibende, darunter 39 Leienbrecher (Schieferbrecher),
8 Steuermänner, 3 Nachenführer, 1 Schiffbauer, sowie 6
Bäcker, 5 Metzger, 4 Bierbrauer und 4 Krämer (Gemischtwarenhändler).
In dieser Aufstellung sucht man die Winzer vergeblich,
denn der Weinbau wurde von fast jedermann betrieben. Und
so werden die drei traditionellen Haupterwerbsquellen
Kaubs deutlich. Der 1353 erstmals urkundlich erwähnte
und bis 1972 betriebene Schieferabbau bot noch in diesem
Jahrhundert bis zu 350 Arbeitern ein Einkommen. Die gefährliche Gebirgsstrecke des Rheins brachte es mit sich, daß aus Kaub die besonders fahrenskundigen Schiffsleute stammten. Hier bestand die größte Lotsenstation, bis Rheinvertiefung und Radar diesen Berufsstand überflüssig machten. Der Weinbau bestimmt noch heute das Landschaftsbild des Mittelrheintals. Das Weinmarktbuch der Stadt belegt schon für die Zeit von 1544 bis 1676 die ausgedehnten Handelsbeziehungen der Kauber Winzer. Oft bot die Weinernte auch den einzigen Trost in schwerer Zeit, wie anno 1652, als es "mehr an Fässern, denn an Wein und Most mangelte". Blücherdenkmal und Pfalzgrafenstein sind die Sehenwürdigkeiten und Wahrzeichen der Stadt geworden. Doch die drei genannten Berufsstände haben Kaub geprägt. Auch wenn sie ihre einstige Bedeutung verloren haben ist es daher gerechtfertigt, daß ihre Symbole die Stadt Kaub im Wappen repräsentieren. Quelle: Wappenbuch der Verbandgemeinde Loreley |
| DAS
ELSLEIN VON KAUB Das Elslein von Kaub ist keine Weinkönigin im üblichen Sinne, sondern eine historische Gestalt. Im Jahre 1504 war es, als sich die Tochter eines Geschützgießermeisters verliebt hatte und deswegen von dem strengen Vater des Hauses verwiesen wurde. Auch der Geselle zog in die Welt hinaus und kehrte als Meister zurück, gerade in der Zeit, als Kaub belagert wurde und es in der Stadt an Kanonen mangelte, da der alte Meister den rechten Guß nicht verstand. Hier sprang nun der ehemalige Gießergeselle helfend ein und versöhnte so den Meister. Die Tochter des Meisters aber, mit Namen Else Weizer, hatte erfahren, daß ihr Geliebter nach Kaub zurückgekehrt war, und so drängte es auch sie wieder in ihre Heimatstadt. Am anderen Ufer des Rheines angekommen, stieß sie auf die Entsatztruppen, die Kaub von der Belagerung befreien sollten, aber nicht den rechten Weg durch die Klippen des Rheines fanden. Sie ließ sich als Soldat verkleidet anwerben und führte die Truppen des Nachts über den Rhein und befreite so ihre Vaterstadt. Zum Andenken an dieses Mädchen wählt nun die Stadt Kaub jedes Jahr zum Winzerfest ein "Elslein von Kaub"
|
![]() |
| DIE GESCHICHTE
DES "PFALZGRAFENSTEIN" Der "Pfalzgrafenstein" ist eine Schiffahrtszollburg aus dem 14. Jahrhundert. 1326 erbaute Ludwig der Bayer den Innenturm. Da dieser alleinstehen mußte, wurde er gleich als Wellen- und Eisbrecher erbaut. Der Turm ist 36 m hoch, er hat 6 Etagen, und im zweiten Stock befindet sich noch ein Backofen aus dem 17.Jh. 1327 wurde Ludwig der Bayer des Zolles wegen, den er hier nahm, vom Papst Johanne-, XXII. mit dem Kirchenbann belegt. Johannes hetzte seine Bischöfe in Mainz, Trier und Köln gegen Ludwig auf. Sie sollten ihm hier das Zollhandwerk legen, denn in Bingen am Mäuseturm wurde der Bischofszoll von Mainz genommen und auf Stolzenfels bei Koblenz der Bischofszoll von Trier. Ludwig der Bayer war der erste weltliche Fürst, der sich erlaubte, hier auf Pfalzgrafenstein verstärkt Zoll zu nehmen. Auf Grund dieser Auseinandersetzung mit der Kirche erbaute Ludwin der Bayer 1340 zum Schutze seines Turmes noch die Außenmauer. Die Mauer war damals nur 12 m hoch. Erst 1607 hat Kurfürst Friedrich IV. die Außenmauer so vervollständigt, wie sie heute noch zu sehen ist. Sie ist 51 m lang, 21 m breit und 25 m hoch. Die Mauerwände sind 2,60m dick. Sie hat, 2 Wehrgänge mit Schießscharten und Schleuderstände Im hinteren Turm befindet sich das
Gefangenenverlies. Dieses ist. vom 2. Wehrgang aus
9 m tief. Es war ein Brunnen, und auf dem Wasser
war ein Holzfloß. Darauf kamen die Kaufleute, die draußen
auf dem Strom ihren Zoll nicht zahlen konnten. Sie
wurden mittels Seil und Querholz abgeseilt und blieben
solange unten, bis jemand kam und sie auslöste. -Dazu
hatte man 20 Zöllner und Hauptmann beschäftigt.
Die Hauptmannwohnung ist ebenfalls im hinteren Teil- der
Burg. 1803 kam die "Pfalz" an das Herzogtum
Nassau, 1866 an das Königreich Preußen, das Erwähnenswert ist noch Blüchers Rheinübergang
1813 auf 1614. In den ersten Neujahrstagen 1814 ließ
der preußische Feldmarschall von Blücher an dieser
Stelle von russischen Pontonigren eine Pontunbrücke bauen. Über diese
Brücke marschierte er mit 60.000 Soldaten, 20.000 Pferden und 220
Geschützen und verfolgte Napoleon. |
|
Herzliebchen in der Pfalz |
| Auf Perlen schäumenden Weines Herzliebchen trag' ich Dich fort, Fort zu den Ufem des Rheines, Dort weiß ich den schönsten Ort.
Dort siehst
eine Insel Du ragen Es rauschen im Winde die Weiden, |
Es schwimmen herbei und lauschen Die Salme, die leckern Gesell'n, Und rings um uns da rauschen Des Deutschen Stromes Well'n.
Dort wollen wir
niedersinken Heinrich Heine, |