Kamp-Bornhofen:
Flößer- und Schiffermuseum
Flößer- und Schiffermuseum
Rheinuferstraße 34 (im Rathaus)
56341 Kamp-Bornhofen

Ansprechpartner:
Werner Proff, Tel.: 06773 573

Öffnungszeiten:
Mai bis Oktober: Mi. von 14.30 - 17.30 Uhr sowie nach Vereinbarung

Eintritt: frei

Die Herren des Stroms
Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts waren sie die Herren des Stroms, ganze Kerle eben, die vom Oberrhein bis zu 220 Meter lange und 60 Meter breite, ab Koblenz bis 500 Meter lange und 70 Meter breite Flöße stromabwärts zu den Schiffswerften nach Holland steuerten.
Chroniken sprechen von 12.500 Kubikmetern Holz, die mit einem Floß verschifft wurden. Die Flößerei hatte Tradition in Kamp-Bornhofen, wo heute noch ein kleines Museum an dieses Kapitel deutscher Binnenschifffahrt erinnert.
Noch um die Jahrhundertwende war Kamp-Bornhofen ein reines Flößerdorf mit zwei Floßfirmen und einem Liegeplatz. Auf langer Fahrt mussten die „Vorderleute“, Steuermänner oder „Wahrschauer“ gut verpflegt werden: Ein Floßkoch versorgte die schwer arbeitenden Männer; vorgeschriebene Rationen waren pro Mann ein Pfund Fleisch und dreieinhalb Liter Bier. Man schlief in Hütten auf dem Floß. Die wenigen Habseligkeiten, darunter der obligatorische Bierbecher und frische Wäsche, waren in großen Taschen verstaut, denn einmal in Rotterdam oder Amsterdam angekommen, war die getragene Kleidung verschlissen. Erst in neuerer Zeit kehrten die Flößer mit der Eisenbahn zurück nach Kamp-Bornhofen; früher mussten sie laufen. All diese Geschichten aus dem Alltag der Flößer und Schiffer sind im Kamp-Bornhofener Museum versammelt. Historische Fotos, Modelle, Anker, Haken und Taue vermitteln einen authentischen Eindruck vom einstigen Leben „auf den Planken“.