Burgschwalbach
Soweit bekannt ist lebten in Burgschwalbach nie Juden. Aber in der Gemarkung von Burgschwalbach gibt es einen jüdischen Friedhof, der seit Beginn des 19. Jahrhunderts belegt wurde. Er war Begräbnisstätte für die Juden von Hahnstätten, Hausen, Holzhausen ü. Aar, Kettenbach, Oberneisen und Rückershausen. Wenn man auf eine Landkarte der Region schaut, erkennt man, daß dieser Platz ziemlich in der gemeinsamen Mitte für die genannten Ortschaften liegt. Das war sicher ein wichtiges Argument für die Auswahl des Platzes. Außerdem lag er außerhalb einer bebauten Ortschaft im freien Feld. Das war wichtig. Denn die Berührung mit dem Tod und den Toten macht kultisch unrein. Das trifft in erster Linie nach dem Religionsgesetz auf die Nachkommen Aarons, die Kohanim, zu. Während für alle anderen Juden nur die Pflicht besteht sich nach der Berührung mit Toten oder dem Besuch des Friedhofes die Hände rituell mit Wasser zu übergießen.
Es ist schon auffallend ist, daß die meisten jüdischen Friedhöfe weit außerhalb der Wohnbezirke lagen und liegen. Hier trafen sich ausnahmsweise christliche und jüdische Interessen, auch wenn die Motivation durchaus unterschiedlich war. Die Christen, die die Nähe zu ihren Toten suchten, wollten die jüdischen Friedhöfe nicht in ihrer Nähe haben. Die Juden suchten aus den obenerwähnten Gründen bewußt den Abstand zu den Friedhöfen. Ein dritter Grund, der ausschlaggebend war für die Wahl eines Begräbnisplatzes, war die Qualität des Bodens. Hier waren die Juden wieder einmal abhängig von den Christen, weil diese in der Regel im Besitz des Bodens waren. Für jüdische Friedhöfe gab man nicht den besten Boden ab.
Der Weg:
Von Zollhaus kommend, muß man bei dem Haus Nummer 8 in der Bahnhofstraße links abbiegen und dem Weg am Hang folgen. Nach Fichtenschonungen liegt der Friedhof auf der rechten Seite.
Da Burgschwalbach keine jüdischen Bewohner hatte, soll an der Statistik der jüdischen Gemeinde von Kettenbach das Versickern jüdischen Lebens gezeigt werden.
1843 23 Personen
1871 40 Personen
1885 37 Personen
1895 54 Personen
1905 47 Personen
1925 37 Personen
1933 17 Personen
1939 -