Seelbach
Die Anzahl der in Seelbach wohnenden Juden war so gering, daß es zu keiner eigenen Gemeindebildung kam. Es war darum wie auch anderen Orts notwendig sich mit jüdischen Familien in benachbarten Ortschaften zusammenzutun. Die Bindungen konnten über die Zeit durchaus wechseln.
Erste Hinweise auf Juden in Seelbach und den Ortschaften Attenhausen, Herold und Kördorf finden sich im 18. Jahrhundert. In der Zeit zwischen 1770 und 1790 werden mehrmals Schutzjuden für Attenhausen und Seelbach benannt. Diese waren aber so arm, daß ihnen zeitweilig das Schutzgeld erlassen werden mußte.
In Seelbach wohnte zu Beginn des 19. Jahrhunderts eine Familie Hayum, die sich später den Namen Arnstein beilegte. Das ist sicher kein Zufall. Hierin kommt die Nähe zu dem Kloster zum Ausdruck, dessen Äbte einst landesherrliche Befugnisse hatten.
Aus einem Inspektionsbericht, 1844 - 1845, des Bezirksrabbiners von Langen-Schwalbach Dr. S. Hochstädter geht hervor, daß das Schulgebäude von Seelbach ‘in einem unansehnlichen Zustand sei’.
In den Jahren 1932 - 1933 lebten noch zwei Familien mit insgesamt 7 Personen in Seelbach. Davon sind zwei Töchter der Familie Blum-Arnstein umgekommen.
Der Friedhof, der wohl nur für Seelbach bestimmt war, wurde Ende des vorigen Jahrhunderts angelegt. Zum Zeitpunkt meines ersten Besuchs, waren zwei von vier Grabsteinen nur als Fragmente erhalten. Inzwischen wurden die Steine soweit das möglich war, wieder aufgestellt.
Der Weg:
Ausgangs von Seelbach in Richtung Obernhof liegt ein Parkplatz, ‘Am Entenpfuhl’. Dort ist ein kleiner Fichtenwald.
Statistik:
1843 Seelbach mit Kalkofen 19 Personen
1933 9; 7 Personen