Historischer Stadtrundgang durch die Blücherstadt Kaub

Meine Damen und Herren ich danke Ihnen für Ihr gezeigtes Interesse und Ihre Aufmerksamkeit und wünsche Ihnen einen weiteren, angenehmen Aufenthalt in unserem Städtchen.  

St. Theonest  

Ihr Männer Kaubs, warum vergeßt
ihr eures Heil'gen, Theonest?
O säht ihr euer altes Siegel:
Da treibt er auf des Rheines Spiegel
in jener Kufe sanft hinab,
die Kaub erst einen Namen gab.
In Mainz gemartert bis zum Tod,
besargt in lecker Kufe Boot,
so wiegen ihn die blauen Fluten
und wecken neue Lebensgluten:
Er fühlt sich heil, das Wasser dringt
nicht ein zu ihm, der Feuer bringt.
Der Salm umhüpft den selt'nen Kahn,
ihn lachen alle Hügel an,
der Rheingau grüßt mit freud'gem Rufe
den heil'gen Mann und seine Kufe,
aufjubelnd rauscht der Niederwald,
im Nahetal jauchzt im jung und alt.
Nun schnellt er durch das Binger Loch,
der Rheinstein denkt : "Oh käm er doch!"
"Gefiel es im bei uns zu hausen!"
erseufzen Lorch und Trechtingshausen.
"Erwählt' er unser warmes Tal!"
ruft Bacharach und Steeg zumal.
Ihr alle haltet ihn nicht fest,
bei Kaub erst landet Theonest:
Er pflanzt mit dem Christenglauben
in Kaub die ersten süßen Trauben;
in seiner Kufe preßt er sie:
Ihr Kauber, das vergeßt ihm nie.
Wann feiern wir St. Theonest?
In den Oktober fällt sein Fest,
wenn aus der Kufe Todesbanden
der junge Wein ist auferstanden.
Ja wenn ihr um die Kelter tanzt,
dann denket des, der ihn gepflanzt.  

Karl Simrock