Limes-Tagung 17.
November
2005:
Sonderprogramm für Kleinprojekte vorgestellt
Das war eine gute
Nachricht aus Mainz: Dr. Joe Weingarten von der
Projektentwicklungsgesellschaft Rheinland-Pfalz (PER) machte es noch
einmal „amtlich“: Das Land gibt 100.000 Euro für Kleinprojekte am Limes.
Landrat Günter Kern, der zur 3.Limeskonferenz des Kreises neben
Limes-Fachleuten auch die örtliche Ebene und das Ehrenamt eingeladen
hatte, brachte es blitzschnell auf den Punkt. Da der Rhein-Lahn-Kreis 44
Prozent des Limes in Rheinland-Pfalz beherberge, könne es sich durchaus um
44 Prozent der Gesamtförderung im Land handeln.
Klar, dass die Vertreter der Ortsgemeinden dies gerne hörten. Joe
Weingarten lächelte und meinte, es käme natürlich auch auf die Qualität
der Maßnahmen und auf die gesamte Abstimmung innerhalb der Kreise Neuwied,
Westerwald, Mayen-Koblenz und Rhein-Lahn an. Allerdings – so Weingarten –
seien die Kreise Rhein-Lahn und Neuwied in besonderer Weise betroffen, so
dass hier sicherlich der Großteil der Förderung einsetzen könne.
Günter Kern begrüßte neben den hauptamtlichen Bürgermeistern Raimund
Friesenhahn (Nastätten), Harald Gemmer (Katzenelnbogen), Josef Oster (Bad
Ems) und Udo Rau (Nassau) auch Dr. Franz Schafranski für das Büro für
Landschafts- und Umweltmanagement der Technischen Universität
Kaiserslautern. Jürgen Lehnigk-Emden von der DLR Montabaur, Dr. Cliff Jost
und Dr. Hans-Helmut Wegner vom Landesamt für Archäologische Denkmalpflege,
Lothar Hünerfeld vom Landesamt für Vermessung und Geobasisinformationen
und Ursula Braun vom Zweckverband Naturpark Nassau. Die meisten der am
Limes liegenden Ortsgemeinden waren vertreten. Vielfach hatten die
Ortsbürgermeister auch ehrenamtliche Helfer, wie Wegewarte mitgebracht.
Mit dabei auch Vertreter des Taunusclubs.
Freudig überrascht zeigten sich Landrat Günter Kern und Joe Weingarten
über die Motivation auf örtlicher Ebene, am Limes mitzuarbeiten. Nicht
selten verkündete ein Ortsbürgermeister stolz: „Wir haben auch ein Stück
Limes“. Viele der Ortsgemeinden hatten bereits Ideen, einige sagten aber
auch, dass sie sich Anregungen aus der Veranstaltung erhoffen. Landrat
Günter Kern erinnerte an die erste Limes-Konferenz im Mai 2004, bei der
der Kreis eine Arbeitsgruppe unter Führung von Manfred Radermacher
bildete. Ihr gehören an: Detlef Oster (Öffentlichkeitsarbeit, Internet),
Dr. Alkmar von Ledebur (historische Ausarbeitungen), Rainer Rotard
(Denkmalpflege), Wolf-Dieter Matern (Tourismus und Wirtschaftsförderung)
und Alois Friesenhahn (Kommunalaufsicht). Aus dieser Gruppe heraus sei im
Zusammenwirken mit der örtlichen Ebene die zweite Limes-Konferenz
veranstaltet worden. Diese habe als „rollende Limes-Konferenz“ im
September regelrecht Furore gemacht. Kern erinnerte an die drei Busse, mit
der überwiegend Limes-Fans und Bürger quer durch den Rhein-Lahn-Kreis
fuhren und sich vor Ort über das noch taufrische Welterbe informierten.
Kern unterstrich, dass neben dem Sonderprogramm des Landes auch die
Wirtschaftsförderungs-Gesellschaft Rhein-Lahn beide Welterbe in den
kommenden Jahren massiv fördern werde. Bei der Gesellschafter-Versammlung
werde er dafür Pauschalansätze sowohl für den Limes als auch für das
Welterbe Mittelrheintal vorschlagen.
Joe Weingarten erläuterte das Sonderprogramm für den 75 Kilometer langen
Limes in Rheinland-Pfalz. Dabei unterstrich er, dass der Schutz des Limes
an erster Stelle stehe. Das Land wolle ebenso wie der Kreis und alle
Beteiligten einen saften und kulturhistorischen Tourismus. Die Menschen
sollten sich mit dem Limes identifizieren, ihn schützen und pflegen.
Das Förderprogramm sei für 2006 aufgelegt und werde – bei guter Resonanz –
sicherlich nicht zum Ende kommenden Jahres einfach auslaufen. Das
Antragsverfahren sei völlig vereinfacht konzipiert. Im Einzelfall könne
eine Ortsgemeinde bis 5.000 Euro Zuschuss beantragen. Dies müsse über den
Landkreis erfolgen und werde mit Denkmalpflege und Landespflege
abgestimmt.
Dr. Joe Weingarten und Jürgen Lehnigk-Emden erläuterten auch, welche
Maßnahmen gefördert werden könnten. Hierbei handelt es sich überwiegend um
Visualisierung, das heißt Sichtbarmachung des Limes. Diese Sichtbarmachung
erläuterte Dr. Franz Schafranski auf hervorragende Weise und gab gut
nachvollziehbare Beispiele dafür, wie eine Visualisierung verlaufen kann.
Insbesondere nannte er dafür Pflanzmaßnahmen, Freiraumgestaltung,
Information und Marketing, Bewirtschaftung, Veranstaltungen, bauliche
Maßnahmen, Erschließungsmaßnahmen und Angebote von Kunst und Kultur.
Dr. Lehnigk-Emden wollte zwar kein Wasser in den Wein gießen, meinte aber,
dass ohne Flächenmanagement eine Visualisierung schwer durchführbar sei.
Denn sehr oft durchschneide der Limes diagonal die Ackerflächen. Seine
Behörde werde aber bei diesen Fragen oder auch bei
Flurbereinigungsmaßnahmen hilfreich zur Seite stehen.
Im Hinblick auf die Wanderfreunde teilte Lothar Hünerfeld mit, dass es im
kommenden Jahr bereits eine Limes-Karte im Maßstab 1 : 25.000 geben werde.
Auch da kam Freude auf. Informationen zum Limes im Rhein-Lahn-Kreis sind
auch im Internet verfügbar. Unter der Adresse
www.limes-rhein-lahn.de können aktuelle Informationen und in Kürze
auch Angaben zum Sonderprogramm 100.000 Euro sowie das Antragsformular
geladen werden.