Der römische Limes:
Welterbe!
Welterbe Limes ist eine gewaltige Chance für den Rhein-Lahn-Kreis
In der
Anerkennung des Limes als Weltkulturerbe sieht der Rhein-Lahn-Kreis eine
gewaltige Chance für die heimische Region. Nach der Entscheidung im südafrikanischen Durban verfüge der
Rhein-Lahn-Kreis als einer der wenigen Kreise in Deutschland gleich über
zwei Welterbestätte. Während die Arbeit im Welterbe „Oberes
Mittelrheintal“ nun mit dem neuen Zweckverband voll anlaufe, seien für das
Welterbe „Limes“ schon vor geraumer Zeit die ersten Weichen gestellt
worden. Im Wesentlichen gehe es nun darum, die Bevölkerung auch für den
Limes zu begeistern und sie zu informieren. Der Limes müsse einerseits
geschützt, andererseits für touristische Zwecke und die Werbung für den
Rhein-Lahn-Kreis eingesetzt werden.
Bei einer Länge von rund 550 Kilometern beherberge der Rhein-Lahn-Kreis
insgesamt sechs Prozent des gesamten Limes. 75 Kilometer lang sei die
Strecke des Limes in Rheinland-Pfalz. 33 Kilometer, also 44 Prozent des
Limes im Lande seien im Rhein-Lahn-Kreis zu Hause.
Der Kreis werde nach den Sommerferien eine rollende Limeskonferenz
veranstalten, an der neben Fachleuten auch interessierte Bürger teilnehmen
können. Geplant sei eine Besichtigung des Limes an vier Standorten sowie
eine abschließende Konferenz. Besonderes Augenmerk verdiene derzeit das
Projekt des Limesparks in Pohl. Hier seien die Vorbereitungen für eine
Kastell-Rekonstruktion sehr weit gediehen und ein Modell bereits
vorhanden. Das Projekt sei finanziell und ideell nur gemeinsam durch das
Land Rheinland-Pfalz, den Rhein-Lahn-Kreis, die Verbandsgemeinde Nassau
und die Gemeinde Pohl zu stemmen. Der Kreis werde auch die
Bürger dazu einladen, das neue Welterbe zu pflegen und zu schützen. Der
Rhein-Lahn-Kreis: „Der Limes ist nicht nur Welterbe für den Kreis als
Gebietskörperschaft. Er ist Welterbe für uns alle. Und dieses Welterbe
sollten wir unseren Kindern und Kindeskindern ans Herz legen.“
Die Überreste des Limes und
der zugehörigen Anlagen sind auch heute noch in vielen Abschnitten
zum Teil gut sichtbar erhalten. Sie stellen aus der Sicht der
Denkmalpfleger und Historiker ein herausragendes Bodendenkmal dar.
Aus diesem Grund hatten die vier Bundesländer Rheinland-Pfalz,
Hessen, Baden-Württemberg und Bayern, durch die der Limes verläuft,
im Frühjahr 2003
beantragt, den Limes als Weltkulturerbe unter den Schutz der UNESCO zu
stellen.
Nach der Anerkennung des
Oberen
Mittelrheintals als Welterbe im Juni 2002 und der Anerkennung des
Limes als Welterbe kann der Rhein-Lahn-Kreis nun auf zwei Weltkulturerbestätten verweisen. Die sich dadurch bietenden Entwicklungschancen für die Gemeinden
und für die Region sollen durch diese Initiative gemeinsam mit den Bürgern
genutzt werden.
Hier die Liste der bisher anerkannten Welterbestätten in Deutschland
(Quelle: UNESCO):
Aachen Cathedral
(1978)
Würzburg
Residence with the Court Gardens and Residence Square (1981)
Speyer
Cathedral (1981)
Pilgrimage
Church of Wies (1983)
Castles of
Augustusburg and Falkenlust at Brühl (1984)
St. Mary's
Cathedral and St. Michael's Church at Hildesheim (1985)
Roman
Monuments, Cathedral of St. Peter and Church of Our Lady in Trier
(1986)
Hanseatic City
of Lübeck (1987)
Palaces and
Parks of Potsdam and Berlin (1990, 1992, 1999)
Abbey and
Altenmünster of Lorsch (1991)
Mines of
Rammelsberg and Historic Town of Goslar (1992)
Town of
Bamberg (1993)
Maulbronn
Monastery Complex (1993)
Collegiate
Church, Castle, and Old Town of Quedlinburg (1994)
Völklingen
Ironworks (1994)
Messel Pit
Fossil Site (1995)
Bauhaus and
its Sites in Weimar and Dessau (1996)
Luther
Memorials in Eisleben and Wittenberg (1996)
Cologne
Cathedral (1996)
Classical
Weimar (1998)
Wartburg
Castle (1999)
Museumsinsel
(Museum Island), Berlin (1999)
Garden Kingdom
of Dessau-Wörlitz (2000)
Monastic
Island of Reichenau (2000)
Zollverein
Coal Mine Industrial Complex in Essen (2001)
Historic
Centres of Stralsund and Wismar (2002)
Upper Middle
Rhine Valley (2002)
Dresden Elbe Valley (2004)
Muskauer
Park / Park Muzakowski (2004)
The
Town Hall and Roland on the Marketplace of Bremen (2004)