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Die Nieverner Hütte Besondere Bedeutung erlangte in unserem Raum die 1671 begründete Eisenhütte auf der Fachbacher Insel Oberau, die damals noch zu Nievern gehörte. Die alte Bausubstanz der Zeit um 1860, wie sie auf dem kolorierten Bild der Nieverner Hütte zu sehen ist, ist noch heute weitgehend als eindrucksvolles Industriedenkmal erhalten. In der Vitrine (3) sind zahlreiche Produkte der Nieverner Hütte zu sehen: schwarzes, gusseisernes und braun emailliertes Kochgeschirr, eins der ersten Modelle eines Dampfkochtopfes, Gusselemente von Bauwerken, ein Bügeleisenofen, daneben auch ein Kohlenkasten und ein gusseisernes Kreuz vom Friedhof Nievern. Das Aufkommen neuartiger Produkte, z. B. der Stahltöpfe und die Weltwirtschaftskrise führten 1932 zur Schließung des Werks.
Soziale Bedeutung der Industrie Schon die Mariot’sche Schmelzhütten, vor allem aber die Emser Hütte und der im 18. Jahrhundert wieder aufgenommene Bergbau gaben vielen Menschen Arbeit und Brot und boten der einheimischen Bevölkerung einen willkommenen Nebenerwerb zur dürftigen Landwirtschaft. Bauern arbeiteten im Transportwesen, Frauen und Kinder im Poch- und Waschwerk. Bergbau bedeutete harte körperliche Arbeit unter ungesunden Bedingungen. Die Bergleute hatten keine hohe Lebenserwartung. Viele starben schon relativ jung nach langem Leiden und hinterließen Frau und unmündige Kinder. Die Arbeiter kamen aus den Dörfern der Augst und der Nachbarregionen zu Fuß zur Grube. Der Weg zur Arbeit war lang. Um 1870 schuf das Blei- und Silberwerk mehrere relativ fortschrittliche soziale Einrichtungen, Arbeiterkasernen, Werkssiedlungen und den Konsumverein. 1866 wurde eine Werksschule für die Arbeiterkinder gegründet. Zehn Jahre später erhielt sie ihr eigenes Gebäude, die heutige Ernst-Born-Schule. Von Raum 4 (Bergbau) über den Flur in Raum 5 |