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Die Römer in Bad Ems (Vitrine 2) Der Limes mit Wachtturm, Wall, Graben und Palisade Seit etwa 90 n. Chr. schoben die Römer ihre Grenze über den Rhein ostwärts vor und befestigten sie. Ein Modell des Limes zeigt die römische Grenzanlage mit Wall, Graben, Palisade und Wachttürmen. Wall und Graben des Limes sind noch an vielen Stellen im Wald um Bad Ems sichtbar. Das Kastell lag am Emsbach; nahe dem Hauptbahnhof sicherte ein Kleinkastell den Lahnübergang des Limes. Der "Vicus", das Lagerdorf aus Fachwerkhütten, erstreckte sich südlich und westlich des größeren Kastells. Von römischen Bauten zeugen die Inschriften und das Kapitell einer kleinen Säule. (An der Fensterseite) Die Legionäre stellten die Ziegel für die Militärbauten selbst her und versahen sie mit ihren Truppenstempeln. Sie zeigen, dass in Bad Ems vor allem Soldaten der in Mainz stationierten 22. Legion und der 4. Vindelicier-Kohorte, einer Einheit aus Hilfstruppen, lagen. Ihr Alltag bestand aus dem Wachtdienst am Limes und aus der Freizeit in und bei den Kastellen. Sie lebten in den Baracken und bereiteten sich ihre Mahlzeiten selbst: Obst, Gemüse, Brot und Zwieback., kaum Fleisch, dazu Wasser und Wein. Tongefäße, Teller, Becher, Amphoren, Krüge, Bleilöffel und die reich verzierten Bilderschüsseln erinnern an das römische Leben in Bad Ems. Öllämpchen spendeten dürftiges Licht, dienten aber auch als Grabbeigaben. Im Lagerdorf vor dem Kastell lebten die Angehörigen der Soldaten, Handwerker und Kaufleute. Die Soldaten konnten hier ihren Sold ausgeben: Geldmünzen mit den Bildnissen der römischen Kaiser. Die Legionäre konnten die Taverne besuchen oder ins Kastellbad gehen.
Das Kastellbad lag am Rand des Lagerdorfs, etwa an der Ecke Koblenzer Straße / Bachstraße. Es hatte nichts mit den Thermalquellen zu tun, sondern diente der Entspannung, Unterhaltung und Körperpflege. Man badete und rieb den Körper mit parfümierten Ölen ein, die in kleinen Glasfläschchen aufbewahrt wurden. Im Kastellbad war eine Inschrift zu Ehren der Schutz- und Heilgöttin Fortuna Conservatrix angebracht. Sie ist als Nachbildung zu sehen. Zur Einrichtung des Bades gehörte ein unbeheizter Aufenthaltsraum, ein Raum mit Kaltwasserbecken und ein Raum, der durch eine Fußboden- und Wandheizung (Hypocaust) beheizt wurde. Die Decke des Gebäudes bestand aus Holzbalken und Dachziegeln. Die Wandziegel waren an der Außenseite gerillt, um den Verputz aus Kalkmörtel zu halten. Die Hypocaust-Anlage wurde von einem Heizraum aus mit einem Holzkohlenfeuer betrieben. Der Fußboden des zu beheizenden Raumes ruhte auf Pfeilern aus Ziegelplättchen, die Heißluft zog darunter hindurch. Durch Hohlziegel in der Wand zog die Heißluft ab, sodass der Raum vom Boden und von der Wand her beheizt wurde. So zeugen die Funde von den Annehmlichkeiten der weit entwickelten römischen Zivilisation, die das Leben selbst hier, am Rande des Reiches, am Limes, prägte. |