Der Anstreicher

Der Anstreicher - heute Maler und Lackierer - hatte die Aufgabe, Decken-, Wand- und Fassadenflächen mit Farbe zu bedecken. Je nach Gegend gehörte es auch zu seiner Arbeit, den "Feinspeis" (letzte Putzschicht) aufzutragen und dann zu streichen. Daher auch die Berufsbezeichnung "Tüncher" oder "Weißbinder". Als Farbe diente überwiegend Kalkmilch aus gelöschtem Stückkalk. Der Kalkbrei wurde mit Wasser verdünnt und mit Erdfarben getönt. Bei Außenanstrichen wurde - der besseren Verstreichbarkeit wegen - dem Kalkbrei etwas Leinöl hinzugefügt. Die Holzkonstruktion strich man im Nassauer Land mit Leinölfarbe in einem satten Rotton, dem sogenannten "Ochsenblut". Mit der Jahrhundertwende kam auch in unserem ländlichen Raum als Bindemittel für den Innenanstrich der Leim auf den Markt. Zuerst war es Knochen-, dann Pflanzen- und schließlich Zellulosenleim. Als Weißpigment wurde Kreise verwendet. Diese Farben hatten den Vorteil, daß sie beim Renovieren leicht wieder von den gestrichenen Flächen abgewaschen werden konnten. Die dekorative Gestaltung erfolgte durch farbiges Linieren, durch Wickeln mit einem Lappen, durch Tupfen mit dem Pinsel und durch Schablonieren. In den zwanziger Jahren begann man damit, zur dekorativen Gestaltung Gummi-Musterwalzen und die Spritztechnik einzusetzen. Ein Spezialgebiet der Anstreicher war die farbige Gestaltung von Innentüren, Treppengeländern, Holzverkleidungen und vor allem Möbeln. Mit sogenannter "Bierfarbe" und unterschiedlichsten Mal-, Kratz- und Gummiwerkzeugen wurden hauptsächlich alle Sorten von Holzmaserungen nachempfunden.
 

I. Auf dem Regal:

1. Tupfbürste

2. Rund- oder Kugelbürste

3. Zweifarbpinsel

4. Tupfpinsel

5. Handspritzapparat

6. Gummitupfer
 

II. Arbeitstisch:

1. Bürsten

2. Werkzeugkoffer

3. Schablonen

4. Farbfässer
 

III. Trockenfarben-Schrank:

1. Spachteln

2. Edelputzgerät und verschiedene Mustergeräte
 

IV. An der Wand:

1. Gesellenbrief

2. Schränkchen für Gold-, Silber- und Kupferbronze sowie sonstiges Kleinmaterial

3. Holzhalterung mit Musterwalzen, darunter ein Behälter zum Einfärben der Rollen, mit denen man die Wände "musterte".