Dachdecker
Im
Mittelalter waren die Decken mit Stroh bedeckt (Strohdecker). Die
Dacheindeckung geschah mit Rogenstroh, der Strohdecker
gebrauchte dazu das Stopfbrett, das Klopfbrett und
den Dachstrohkamm. Kleine Strohbündel wurden Schicht um
Schicht aneinander gebunden und an der Vorderkante entsprechend
der Dachneigung abgeschnitten.
Bereits im 17. Jahrhundert kam allmählich das Schieferdach auf (Bürgerhäuser). Endgültig wurde das Strohdach 1867 verboten.
Der Dachdecker ging aus dem Strohdecker hervor. Den Schiefer bezog man aus den Schiefergruben bei Kaub, Weisel und Zorn. In diesen Gruben wurde der Schiefer bereits grob zugehauen. Der Dachdecker legte die erste Reihe mit einem geringen Überstand an. Die nächsten Reihen (Gebindesteigung) wurden je nach Dachneigung und einem Überstand von 7 bis 8 cm angelegt (bei der Dachneigung von 45E). Die Wetterseite hatte einen Firstüberhang.
Werkzeuge des Dachdeckers:
1. Die Schieferplatte legte man auf die Haubrücke. Sie wurde mit dem nach unten weisenden Teil des Deckhammerstiels zurechtgeschlagen. Mit der spitzen Hammerseite schlug der Dachdecker die Nagellöcher in den Schiefer, mit der gegenüberliegenden stumpfen Seite nagelte er an. Die drei Löcher im oberen Teil des Hammers versinnbildlichen die Heilige Dreifaltigkeit.
2. Mit dem schuppenförmigen Nageleisen entfernt man beschädigte Schieferplatten und Nägel, um sie durch neue ersetzen zu können.
3. Dachkasten - für Nägel und Schiefer.
4. Dachhaken - Sie wurden so auf dem Dach aufgebracht, daß der Dachdecker mit der Dachleiter jede Stelle auf dem Dach erreichen konnte.
5. Schiefermaß - damit wurde die Größe des Schiefers gemessen.
6. Dachdeckerhammer