Dreschen um 1850
Erste
eingebaute Dreschmaschine:
Nach 1840 versuchten die Bauern den ersten Stiftendrescher mit der Windmühle zu einer Dreschmaschine zu verbinden. Die ausgestellte Dreschmaschine besteht aus:
1. Stiftendrescher mit Schüttler
2. Windmühle: Grobes Sieb aus Holzstäben
3. Strohablauf
4. Göpel oder Pferdegöpel. Er stand meistens hinter der Scheune auf einer Anhöhe oder in einer Umsetzung (Transmission). Leistung: 8 - 10 Ztr/h.
Bedienung der Dreschmaschine:
P ein Mann ließ das Getreide ein
P drei Mann rafften ab und banden das Stroh in Strohseile ein
P ein Mann hing die Säcke ab
P ein Mann beseitigte die Spreu
Die Siebe waren teilweise aus Drahtgeflecht oder aus Holzstäben.
5. Strohseile
6. Sichel: wurde beim Abraffen genutzt.
7. Fahrbare Dreschmaschine
Um 1850 baute man eine Dreschmaschine, die fahrbar war und alle Dreschvorgänge beinhaltete. Zunächst war es Stiftendrescher. Weil das Getreide längs eingelassen wurde, war seine Leistung begrenzt, deshalb baute man den Breitdrescher mit erhöhter Schüttel- und Siebleistung
(Leistung - 15-20 Ztr/h).
Diese Maschine wurde in die Scheunentenne gestellt. Sie benötigte für ihren Betrieb 20-30 Personen (Nachbarschaftshilfe). Angetrieben wurde sie von Dampfmaschine, Dieselmotor, Elektromotor oder Schlepper. Später wurde dazu eine Strohpresse entwickelt, die das Stroh auf die Maschine schob. Es kamen weiterhin ein Spreugebläse, ein Körnergebläse und eine Einlegeeinrichtung hinzu (Leutebedarf - 10 Personen).
8. Getreidekasten - Haustein:
Roggen und Weizen stelle man nach dem Einbinden in Zehnerkasten auf, Hafer in Achterkasten.
9. Distelstecher:
Es gab keine Spritzmittel, deshalb wurden die Disteln im Getreide ausgestochen. Hederich und andere Unkräuter rupfte man mit der Hand aus.