Dreschen

Dreschen war eine Winterarbeit und dauerte mehrere Wochen.

Entwicklung des Dreschens:

P mit Dreschknüppel (15. Jahrhundert)

P Dreschflegel (16. Jahrhundert)

P Windmühle (17. Jahrhundert

P Handdreschmaschine (Anfang 19. Jahrhundert)

P eingebaute Dreschmaschine (Mitte 19. Jahrhundert)

P fahrbare Dreschmaschine (Ende 19. Jh. bis in die 60er Jahre d. Jh.)

P Mähdrescher (Mitte 19. Jahrhundert)

1. Dreschen mit Flegel (seit 16. Jahrhundert):

4 Männer schlugen mit 4 Flegeln im Vierertakt auf 20 Garben, die auf dem Tennenboden ausgebreitet waren. Arbeitsschritte: Überdreschen, Wenden, Überdreschen, Auflockern, Überdreschen, Stroh aufnehmen, einbinden, Spreu mit Körnern über Windwanne trennen, Körner mit groben, mittleren und feinen Ährenreitern sieben.

2. Windmühle:

Ein Windrad erzeugte Wind. Die Spreu flog nach hinten heraus. Unter dem Einlaßtrichter hing ein beweglicher Siebkorb.

Ein großes Sieb siebte die Ähren ab.

Ein mittleres Sieb siebte die normalen Körner ab.

Ein feines Sieb siebte die kleinen Körner ab und ließ die Unkrautsamen durchfallen.

Die Windmühle erledigte vier Arbeitsgänge. Zunächst war sie ganz aus Holz gefertigt, auch die Achse und die Kammräder, so wie das große Sieb. Die feinen Siebe bespannte man mit Schweinesehnen. Später wurden immer mehr Eisenteile eingebaut, die ein schnelleres Laufen ermöglichen.

3. Handdreschmaschine (seit 1820):

Sie war an den Göpel angeschlossen, oder wurden von 4 Männern gedreht. Ein Mann ließ das Getreide ein. Stroh wurde vom Boden aufgenommen und dann mit dem Strohseil eingebunden. Spreu und Körner wurden in der Windmühle getrennt.

4. Kühgöpel (um 1820):

Er besteht aus einem Guß-Kammrad und zwei Übersetzungen: a) Guß-Kammrad 71 zu

14. b), Gußkammrad 60 zu 12. Am Gußkammrad ist der Zugbalken befestigt. Dieser hat eine Länge von 2.40 m und eine Begrenzungsstange von 2.30 m. Am Ende des Zugbalkens befindet sich ein Zughaken für eine Zugwaage, an der zwei Kühe angespannt wurden. Durch die Begrenzungsstange, die am Kopfgestell befestigt war, mußten die Kühe rundlaufen. 

Nach dem Kuhgöpel konnten kleinere Geräte angetrieben werden (Stiftendrescher, Kreissäge, Bandsäge und Schrotmühle). Die verschiedenen Geräte wurden mittels Göpelstange mit dem Göpel verbunden. Stand der Göpel über der Erde, brauchte man einen "Übertritt" (die Göpelstange war abgedeckt). Um 1850 kamen größere Dreschmaschinen auf, für deren Antrieb man einen Pferdegöpel mit vier Balken benötigte.

4 a) Zugbalken,

4 b) Göpelstange,

4 c) Göpelräder,

4 d) Bild: Göpel .