DIE ERNTE
Erntezeit - hohe Zeit. Erntereifes Getreide hatte die Milchreife. Das Korn ließ sich mit dem Finger zerdrücken.
1. Sichte - bis
Mitte 19. Jahrhundert:
Sichte (Kniesense) diente gemeinsam mit dem Erntehaken zur Roggenmahd. Roggen wurde gemäht und in Bündel abgelegt. Ansschließend mit Roggen- seilen in Garben gebunden und in Hausten (Kasten) aufgestellt (Zehnerkasten).
2. Reff - bis Mitte 20. Jahrhundert:
Sense mit Holzbügel und Holzsprossen - Roggen und Weizen wurden beigehauen und mit der Sichel abgerafft, ins eigene Stroh eingebunden und in Zehner-Kasten aufgestellt (Männer mähten, Frauen rafften ab, Kinder machten Seile, ältere Männer banden die Garben und stellten Kasten auf (1 Kasten = 10 Garben). 4-6 Leute schafften 50-60 Ruten am Tag. (1 Rute = 25 m²)
3. Flapsch - bis Mitte 20. Jahrhundert:
Sensenwurf mit Drahtgeflecht, mit Holzgeflecht, oder mit Leinen bespannt. Hafer und Gerste wurden mit der Flapsch auf Schwaden gemäht, ein- bis zweimal mit dem Stock gewendet, nach 2-3 Tagen Trockenzeit zu Haufen zusammengeschoben, mit Strohseilen eingebunden (60 Seile = 1 Fuder) und zu Kasten aufgestellt, (1 Kasten = 8 Garben).
4. Dengler:
Abends wurden zwei Sensen für jedes Reff vorbereitet.
5. Mähmaschine - ab Ende 19. Jahrhundert:
Sie hatte eine Ablage. Mit deren Hilfe konnte ein Mann während des Fahrens das Getreide zu Haufen zusammenschieben. Frauen rafften ab, banden das Getreide zu Garben und stellten die Kasten auf.
Nr. 6 und 7 sind nicht abgebildet
6. Selbstableger - ab Ende 19. Jahrhundert:
Das Ablegen in Bündeln erfolgte automatisch während der Fahrt. Die Bündel wurden zu Garben gebunden und dann in Kasten aufgestellt.
7. Selbstbinder - ab Ende 19. Jahrhundert:
Er mähte und band die Garben zugleich
(Tagesleistung bis 20 Morgen = 5 ha).
Man brauchte nur noch die Garben zu Kasten aufzustellen.