Vom Flachs zum Leinen

Seit 893 ist bei uns der Flachsanbau nachgewiesen (Lieferung von 8 Pfd. Leinen aus Nastätten sowie Flachs aus Gemmerich zum Kloster Prüm). In Nastätten wurde Flachs angebaut und gewebt, in Gemmerich dagegen nur angebaut.

1. Flachssamen (Lein) wurde zu Öl verarbeitet (Leinöl). Man verwendete es im Haushalt sowie zum Anstrich von Holz (Leinölfarbe). Der Samen diente auch der Ernährung von Kindern - insbesondere als Suppe - sowie der Jungtieraufzucht.

2. Handsägerät zum Ausbringen der Flachssaat.

3. Ernte:

Flachs wurde nicht gemäht, sondern ausgerupft (ausgezogen), damit man die volle Länge der Faser von der Wurzel bis zur Blüte gewinnen konnte.

4. Flachsreff (1597)

Es diente zum Abschlagen der Samenkapseln.

5. Flachsreff - Balken aus Holz

Mehrere Personen konnten nebeneinander reffen (arbeiten).

6. Flachsröste:

Das Rösten erfolgte mit Wasser in einem Trog, einem Dorfteich, einem Bach oder auf einer Wiese. Der Flachs wurde solange eingeweicht oder begossen, bis die Stengel moderten (morsch wurden).

7. Brechkaut:

Der Flachs wurde über Heißluft getrocknet, damit die Basthülle spröde und rissig wird.

8. Breche:

Gerät aus Holz zum Brechen der Basthülle.

9. Flachsschwinge:

Die restlichen Bastteile wurden zwischen Brett und Schwingbrett abgestreift.

10. Flachshechel:

Beim Durchziehen trennte man die langen Fasern von den kurzen. Die langen Fasern wurden zu Endlosfäden gesponnen, die kurzen (Werch) wurden zum Aufpolstern gebraucht.