Heuernte

Die Heumahd erfolgte in der Grasblüte, die zweite Mahd im Spätsommer. Gemäht wurde zwischen 3.00 und 9.00 Uhr morgens, solange das Gras taufeucht war.

1. Sense:

Mit kurzem Wurf arbeiteten die Männer, mit langem Wurf - die Frauen.

2. Schlotterfaß:

Es war aus Horn, Holz oder Blech und enthielt Wasser für den Wetzstein. Die Sense mußte öfter nachgeschliffen werden.

3. Dengel: (ein Dengelhammer mit Dengelstock).

Abends wurden für jeden Mäher zwei Sensen gedengelt. Die Dengelnaht wurde mit dem Hammer 4-5 mm Breite dünngeklopft. Durch das Dengeln wurde die Schneide vorgeformt und das Material gehärtet.

4. Rechen und Gabel:

Werkzeug zum auseinandermachen, Wenden und Nachrechen des Heus.

5. Heuladung:

Das getrocknete Gras lud man auf den Erntewagen. Zwei Männer gabelten, einer schichtete auf. Beim Heimfahren wurde die Ladung mit dem Wiesbaum festgebunden.

6. Arbeitsablauf:

Zwei Tage Trockenzeit: Am ersten Tag - mähen, auseinandermachen, wenden und kocken (Haufen machen); am zweiten Tag - kocken, auseinandermachen, wenden, aufladen. 

Drei Tage Trockenzeit: Am ersten Tag - mähen, auseinandermachen, am zweiten Tag - wenden, kocken und am dritten Tag - kocken, auseinandermachen, aufladen.  

Bei der Heuernte mußte man dreitägigen Sonnenschein abwarten. Die Arbeitszeit war dann von 3.00 Uhr morgens bis 10.00 Uhr abends.

Die Mähmaschine (nach 1900) erleichterte und beschleunigte das Mähen und ebnete die Wiese ein.