Die Kuhanspannung
der 30er Jahre

1. Vorderstirnjoch:

Es wurde über die Stirn angelegt, an den Hörnern befestigt und hatte zwei Zughaken für die Zugkette. Viele Jöcher hatten eine über die Stirn hängende Verzierung (Lederriemen) zum Schutz der Augen vor Fliegen.

2. Kummet:

Es hatte einen Holzrahmen, der oben und unten zusammengeschnallt war. Geöffnet wurde der Rahmen unten. Die Zugkissen lagen auf den Schulterblättern des Tieres. Mitten über den Zugkissen waren am Holzrahmen die Zughaken befestigt. Dieses Kummet gewährte der Kuh oder dem Ochsen beim Zug eine große Kopffreiheit.

3. Hintergeschirr:

Es bestand aus einem Schwanzriemen, einem Seitenriemen mit gebogenen Eisenstäben und einem Riemen als Kettenhalter. Für einspänniges Ziehen hatte man einen Afterrahmen und einen Sattel.

4. Halsriemen (Schappel):

Die Kuh wurde mittels Halsriemen und Ketten an die Deichsel gebunden.

5. Ziegenkummet:

Wer keine Kuh halten konnte, besaß Ziegen, oft auch einen Bock. Die Ziegen wurden auch gefahren. Man kannte das Kummet oder auch das Blatt-Brustgeschirr für Ziegen.

6. Geburtsstricke:

Bei schwierigen Geburten der Kälber benutzte man drei Stricke. Zwei Beinstricke wurden mit einem Knüppel als Haltegriff zum Ziehen an den Vorderbeinen befestigt. Den Kopfstrick legte man hinter den Ohren an und führte ihn durchs Maul. An allen drei Stricken wurde angehalten und bei fortschreitender Geburt wechselhaft entsprechend der Wehen angehalten oder gezogen.

7. Verbotsschild: "Maul- und Klauenseuche"

Diese Seuche ist eine ansteckende Pilzkrankheit, die mit kleinen Bläschen im Maul und an den Rändern der Klauen beginnt. Die Klauen können abfallen. Beim Auftreten der Maul- und Klauenseuche wurden ganze Dörfer bzw. Höfe von der Außenwelt abgesperrt.