Maurer

Die Häuser und Scheunen waren früher Fachwerkbauten. Die Maurer stellten die Bruchsteinfundamente oder Keller her. Oft füllten sie auch Fachwerke aus. Dazu benötigten sie zunächst einmal ein Holzgerüst aus Rundholzstäben oder Holzscheiten (Stibberich). Der Lehm wurde mit etwas Sand angereichert, dann mit Stroh, Heu und Urin vermischt (gegen Insekten).

Die erste Schicht mußte mit der Hand in den Sibberich eingedrückt werden. Um eine gute Haftung zu erreichen, vermischte man diese Schicht mit langem Stroh und Heu. Die zweite Schicht wurde mit einer Holzglätte aufgetragen und anschließend mit Verzierungen versehen, die mit Fingern oder Bürsten eingeritzt wurden. Später hat man die Gefächer mit Feldbranntsteinen ausgemauert. Auf die mit Lehm zugeschmierten Gefache wurden auch oft Verzierungen angebracht. Die Westseite deckte man häufig mit einem Strohschutz (Haferstroh) ab.

Die Decken wurden in aller Regel "gewickelt". Seitlich in die Deckenbalken beilte man durchgehende Nuten, die gespalten, an den Enden angespitzte Holzscheite (Stibberich) aufnahmen. Diese wurden mit in feuchtem Lehm getränktem Stroh umwickelt. Bis zur Oberkante der Deckenbalken füllte man sodann Lehm auf und auf die Deckenbalken nagelte man Holzdielen. Von unten her schloß ein Lehmputz die Decke ab.

Nachdem die Backsteine im Steinbackofen gebrannt wurden, entstanden Backsteingebäude, die voll und ganz von den Maurern erstellt wurden.

1. Lehmsteine

Sie wurden luftgetrocknet oder auf dem Feld gebrannt und zum Ausmauern der Gefache verwendet.

2. Speisvogel

Der Speisvogel wurde mit Mörtel gefüllt, vom Maurer auf der Schulter getragen.

3. Schubkarren - zum Transport von Speis, Sand, Kalk, Backstein und Hilfsmitteln. Der Schubkarren ist mit Arbeitsgeräten und Hilfsmitteln gefüllt (die Richtschnur mit Wasserwaage diente der waagrechten Richtung, der Senkel der senkrechten Richtung, verschiedene Maurerhämmer, Kellen und Glätten).

4. Stampfer und Demmplatsch

Sie wurden zum Feststampfen der Lehmböden genutzt. Der Küchen- und Flurboden des Hauses waren aus gestampftem Lehm. Jährlich wurden 2 bis 3 cm neu aufgetragen. "Mir kommt die Decke entgegen". Ebenso war die Scheunentenne mit Lehm gestampft.

5. Kalkgrube

Diente zum Löschen von Branntkalk.

6. Speispfanne

Löschkalk mit Sand wurde zu Speis gemischt.


7. Schotter

Die Dorfstraßen waren früher mit Bruchsteinen gestickt. Sie dienten zur Befestigung des Untergrundes. Zwischen den Ritzen konnte das Wasser versickern.

Die Bruchsteine wurden oben mit großen Hämmern abgeschlagen und mit einer Schotterschicht versehen. Zum Zerschlagen der Bruchsteine dienten große Hämmer, zum Herstellen des Schotters kleine Steinhämmer.