Die Milchwirtschaft
Milch
war schon immer ein Grundnahrungsmittel. Gemolken wurden Kühe,
Ziegen, Schafe und auch Pferde, wenn Fohlen eingegangen waren.
Die Milchleistung war früher sehr gering, zum Beispiel bei
Kühen:
um 1500: 5 - 6 Liter ; frischmelkend, die Tiere wogen ca. 3,0 Ztr.
1800: 8 - 10 Liter; 4,5 Ztr.
1900: 12 - 15 Liter, 8,0 Ztr.
1950: 20 - 25 Liter; 10,0 Ztr.
1990: 25 - 20 Liter; 12,0 Ztr.
Melken war Strippen mit zwei Fingern, nach 1900 Fäusten mit der ganzen Hand.
1. Die gemolkene Milch wurde gesiebt und in eine Tonschale gegossen. Nach drei Tagen wurde abgesahnt (Fett schwimmt oben) und die Magermilch abgelassen.
2. Der Rahm wurde in Steintöpfen eine Woche lang gesammelt (Sauerrahm) und dann zu Butter gestoßen (Sauerrahmbutter).
3. Die Magermilch kam ebenfalls zum Eindicken in Steintöpfe und wurde als Dickmilch mit Pellkartoffeln zum Abendbrot gegessen.
4. Buttern: Es gab Butterfässer aus Holz und Steingut für kleinere oder auch für größere Mengen. Sie wurden ungefähr zur Hälfte mit Sauerrahm gefüllt. Mit dem Butterstößel, der eine Holzplatte mit siebförmig eingebohrten Löchern und einen nach innen gewölbten Deckel besaß, wurden die Fettkügelchen in der Milch zerschlagen, so daß das Fett zusammenklumpte. In einer Holzschüssel wurde die Butter geknetet, gesalzen und anschließend in eine Butterform gepreßt. Die Buttermilch, die sich abgesetzt hatte, galt als köstliches Getränk.
5. Die Zentrifuge erleichterte das Trennen von Sahne und Magermilch. Die Trommel wurde mit Geschwindigkeit gedreht: aus dem einen Ablauf floß die Sahnme, aus dem anderen die Milch; beides wurde in Schüsseln aufgefangen.
6. Die Butterleier: Im Faß läuft ein Schlagwerk und schlägt die Sahne zu Butter. Die Buttermilch wurde durch eine Öffnung im Boden abgelassen.