Pfeifenmacher

Tabak wurde früher in der Pfeife geraucht, später kamen Zigarren und Zigaretten. Die aufwendig gestaltete Pfeife war ein Statussymbol (siehe Portraitfoto). Zunächst gab es nur Holzpfeifen mit geschnitzten Außenwänden. Im 19. Jahrhundert kamen die Porzellanpfeifenköpfe auf. Sie hatten einen langen Rauchgang - Pfeifenstock und ein Hornmundstück.

Die hier gezeigte Pfeifenmacherwerkstatt ist komplett erhalten. Der Handwerker stellte mit seinen Spezialwerkzeugen die Pfeifenköpfe, Pfeifenrohre und Mundstücke her. Auch seine Drechselbank ist eine "Sonderanfertigung", die auf die besonderen Arbeitsvorgänge zur Herstellung der Pfeifen abgestimmt ist.

Die Pfeifenrohre wurden aus Kirschbaum oder Haselnuß hergestellt. Eine Besonderheit war das Aufbohren der langen Pfeifenrohre. Mit den Löffelbohrern bohrte man die Pfeifenrohre von zwei Seiten auf. Die Pfeifenrohre waren so lang, daß der Pfeifenkopf auf der Erde stehen konnte.

1. Drehbank mit Fußantrieb, Arbeitsbrett mit Spannleiste. Hier wurden die Holzpfeifen (aus Hart- oder Wurzelholz) sowie Hornmundstück gedreht, die Pfeifenstöcke innen aufgebohrt.

2. Schraubstock für die grobe Zurichtung der Holzpfeifenköpfe.

3. Werkzeuge: Drechselmeißel, Hohleisen, Bohrköpfe, Gewindeschneidwerkzeuge zum Verschrauben der Pfeifenteile, Langbohrer zum Aufbohren der Rauchkanäle.

4. Spezialdrehbank (ca. 1880) mit einer Nutvorrichtung (höhenverstellbare Kreissäge), die ursprünglich mit Wasserkraft angetrieben wurde.