Schlafzimmer
1.
Das Ehebett besitzt eine handgearbeitete Tagesdecke; das
Unterbett besteht aus einem Strohsack. Das Bett war so eng, daß
sich das Ehepaar in dem ungeheizten Raum gegenseitig wärmen
konnte.
2. Das Waschlavoir besteht aus Wasserschüssel, Wasserkrug, Rasierschale für Messer, Pinsel und Rasierseife sowie Seifenschale.
3. Der Tonkrug diente als Bettwärmer; er wurde mit heißem Wasser gefüllt und in Zeitungspapier eingewickelt.
4. Die Wiege (um 1840) konnte mit einer Kordel vom Ehebett aus in Bewegung gesetzt werden.
5. Der Toilettenstuhl mit Nachttopf war in erster Linie für alte Leute und Kranke. Sie gingen zum Stuhl, um ihren "Stuhlgang" dort zu erledigen. Junge Leute und Kinder mußten, selbst nachts und im Winter quer über den Hof zum "Örtchen" gehen.
6. Der Kammhalter hielt Pflegeutensilien griffbereit.
7. Das Klystier wurde mit Seifenlauge gefüllt. So löste man Verstopfungen, besonders bei alten Leuten.
8. Die Krücke ist höhenverstellbar.
9. Das Bücherbrett hielt Bibel und Gesangbuch griffbereit.
10. Am Wandbrett mit Haken konnten die abgelegten Kleidungsstücke aufgehängt werden.
11. Der Kindersportwagen wurde mit Kissen und Decken ausgepolstert, wenn ein Kind dann spazieren gefahren werden sollte.
12. Der bäuerliche eintürige Kleiderschrank (um 1820) enthielt die Leibwäsche sowie Bett- und Tischwäsche. Er war der Stolz jeder Hausfrau.
13. Die Petroleumlampe diente weniger zur Erleuchtung des Raumes, sondern als Sturmlampe nachts im Hof. Sie war immer griffbereit.
14. Nachthauben wurden getragen, damit das Kopfkissen nicht so schnell schmutzig wurde. Zugleich schützten sie vor Zugluft.