Zimmermann
Die
Hauptaufgabe des Zimmermanns war es, Fachwerkhäuser und Scheunen
von Fundament oder Kellergeschoß bis zum Dach zu errichten.
1. Zimmerplatz (Bild)
Die Arbeit des Zimmermanns begann im Wald mit dem Schlagen der Bäume (Eiche, später auch Fichte oder Tanne). Der beste Zeitpunkt war Anfang März oder Ende November . Die Stämme sollten zunächst ein halbes Jahr im Wasser liegen (wegen Holzwurm). Auf dem Zimmerplatz wurden die Stämme vierkant behauen. Mit der Richtschnur zog man eine gerade Linie, nach der man mit der Zimmermannsaxt die Stämme grob bearbeitete. Anschließend wurden sie mit dem Zimmermannsbeil fein beschlagen. Die Balken wurden dann abgelenkt, erhielten Zapfen mit Loch und außerdem die notwendigen Zapflöcher mit Loch für die Holznägel. Dabei benutzte man Gehrungsmaß, Löffel- oder Schneckebohrer, Stemmeisen und Stoßaxt. Die Balken legte man Wand um Wand waagrecht zusammen und kennzeichnete sie. Als alle Wände fertig waren, fuhr man die gezimmerten Balken zum Bauplatz und schluß das Haus auf. Als letztes kam eine Richtkrone auf das Dach.
2. Handwerksbursche
Nach der Lehre (3 Jahre) mußte ein Handwerksgeselle wandern (1 Tag wandern - 3 Tage arbeiten). Das wichtigste handwerkszeug (Winkel, Axt, Lochaxt, Stecheisen, Holzhammer) trug er bei sich. Ein Handwerksmeister war verpflichtet, ihm 3 Tage Kost und Unterkunft sowie für einen Tag Wegzehrung zu geben.
3. Richtschnur
Sie dient zum Anreißen der Balken, wurde durch einen Holzkohlebrei gezogen, mit einem Haken festgemacht, gespannt und über den Balken geschlagen. Es entstand ein schwarzer Strich als Markierung für das Vierkantbehauen.
4. Zimmermannsaxt - zum Brobbehauen der Stämme.
5. Zimmermannsbeil - Rechts- oder Linkshänder, zum Feinbehauen der Stämme.
6. Gehrungsmaß Holzwinkel - zum Übertragen der entsprechenden Winkel auf den Balken.
7. Löffel-, Schnecken- oder Brustbohrer - zum Vorbohren der Zapfenlöcher.
8. Spann-Stichsägen - zum Ansägen der Zapfen.
9. Stemmeisen und Holzhammer - dienen zum Ausstemmen der Zapfenlöcher.
10.Loch- und Stoßaxt - diente zum Herstellen der Zapfen bzw. Glätten der Zapfenlöcher.
11.Senkel - Vorläufer der Wasserwaage - diente zum Senkrechtstellen der Pfosten.
12.Trummsäge - zum Abschneiden der Balken.
13.Spaltsäge - zum Schneiden von Brettern und Balken. Auf einem Bock stand ein Mann oben als Richtungsgeber und zwei Männer standen unten zum Ziehen der Säge.
14.Langhobel (aufgebockt) - zum Abhobeln der Balken, wenn Verzierungen aufgebracht wurden.
15.Eckpfosten (Handarbeit) 1638 Haus Sauerwein (Nastätten) - sie wurden zur Verzierung der Hausecken hergestellt.