Ehrung der Siegergemeinden „Unser Dorf soll schöner werden“

Nr. 363 – 28. September 2000 / Rhein-Lahn. Zu einem Dorfabend hat Landrat Kurt Schmidt auch in diesem Jahr wieder Vertreter der Siegergemeinden des Rhein-Lahn-Kreises im Landeswettbewerb 2000 „Unser Dorf soll schöner werden – Unser Dorf hat Zukunft“ eingeladen. Die Würdigung durch den Rhein-Lahn-Kreis findet am 26. Oktober, um 19 Uhr im Bürgerhaus in Kördorf, Siedlungsstraße, statt.

In diesem Jahr haben zehn Gemeinden in der Hauptklasse und eine Gemeinde in der Sonderklasse teilgenommen. In der Hauptklasse kam Kördorf auf den ersten Platz, Holzheim auf den zweiten und Obernhof auf den dritten Platz. In der Sonderklasse steht Osterspai auf Platz eins.

Mit der Einladung zu dem Dorfabend setzt der Rhein-Lahn-Kreis eine seit Jahren gepflegte Form der öffentlichen Anerkennung fort. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen nicht nur die Platzierungen der am Wettbewerb beteiligten Orte, sondern vor allem der Einsatz vieler Bürgerinnen und Bürger, die sich in ihren Gemeinden dauerhaft für ein gepflegtes Ortsbild, für den Erhalt gewachsener Strukturen und für eine lebenswerte Zukunft im ländlichen Raum einsetzen. Die Ehrung soll deshalb ausdrücklich auch als Dank an Vereine, Gemeinderäte, ehrenamtliche Helferinnen und Helfer sowie an alle verstanden werden, die mit praktischer Arbeit und eigenen Ideen zum guten Abschneiden ihrer Orte beigetragen haben.

Der Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden – Unser Dorf hat Zukunft“ war bereits damals mehr als eine reine Bewertung von Blumenbeeten oder Fassaden. Berücksichtigt wurden traditionell verschiedene Gesichtspunkte, darunter die Gestaltung des Ortsbildes, die Pflege öffentlicher und privater Bereiche, der Umgang mit historischer Bausubstanz, das gesellschaftliche Leben vor Ort sowie das gemeinsame Bemühen um eine zukunftsfähige Entwicklung des Dorfes. Gerade diese Verbindung von Erscheinungsbild, sozialem Miteinander und langfristiger Perspektive machte den Wettbewerb für viele Gemeinden attraktiv und sorgte dafür, dass die Auszeichnung weit über einen bloßen Titel hinausging.

Dass Kördorf in der Hauptklasse den ersten Platz erreicht hat, unterstreicht die besondere Rolle der gastgebenden Gemeinde in diesem Wettbewerbsjahr. Mit der Ausrichtung des Dorfabends wird der Erfolg des Ortes noch einmal in einem passenden Rahmen gewürdigt. Für Holzheim als Zweitplatzierten und Obernhof auf Rang drei ist die Platzierung ebenfalls als deutliches Zeichen für eine engagierte örtliche Entwicklung zu sehen. Osterspai, das in der Sonderklasse den ersten Platz belegt, steht zugleich stellvertretend für Gemeinden, die unter besonderen Ausgangsbedingungen am Wettbewerb teilnehmen und dabei mit eigenen Stärken überzeugen.

Solche Ergebnisse entstehen in aller Regel nicht kurzfristig. Hinter einer erfolgreichen Wettbewerbsteilnahme stehen meist viele Jahre kontinuierlicher Arbeit. Dazu gehören etwa die Instandhaltung ortsbildprägender Gebäude, die Pflege von Grünflächen und Plätzen, die Zusammenarbeit von Kommune und Bürgerschaft sowie die Bereitschaft, anstehende Veränderungen nicht nur zu verwalten, sondern aktiv zu gestalten. Gerade kleinere Gemeinden profitieren dabei häufig von überschaubaren Strukturen und einer hohen Identifikation der Einwohnerinnen und Einwohner mit ihrem Ort.

Auch der Zeitpunkt der Ehrung im Herbst passt inhaltlich gut zum Charakter des Wettbewerbs. Nach Abschluss der Bereisungen und Bewertungen bietet ein gemeinsamer Abend Gelegenheit, Bilanz zu ziehen, Erfahrungen auszutauschen und gelungene Beispiele aus den teilnehmenden Dörfern sichtbar zu machen. Für die Gemeinden kann dies zugleich Ansporn sein, begonnene Projekte fortzuführen oder neue Vorhaben auf den Weg zu bringen. Denn die Ziele des Wettbewerbs reichen über das jeweilige Wettbewerbsjahr hinaus und beziehen sich auf die dauerhafte Entwicklung des Dorfes.

Im Rückblick zeigt sich, dass Wettbewerbe dieser Art vielerorts dazu beigetragen haben, Diskussionen über die Zukunft der Ortskerne, die Nutzung leerstehender Gebäude, die Gestaltung von Straßen und Plätzen oder die Pflege von Treffpunkten für die Dorfgemeinschaft anzustoßen. Schon um das Jahr 2000 standen viele Kommunen vor Aufgaben, die bis heute aktuell geblieben sind: der demografische Wandel, veränderte Anforderungen an Infrastruktur und Nahversorgung, die Sicherung bürgerschaftlichen Engagements sowie die Frage, wie Tradition und notwendige Modernisierung in Einklang gebracht werden können. Der Wettbewerb bot dafür einen Anlass, die eigene Situation strukturiert zu betrachten und Stärken gezielt herauszuarbeiten.

Für den Rhein-Lahn-Kreis hat die Auszeichnung der Siegergemeinden daher auch eine übergeordnete Bedeutung. Sie macht sichtbar, dass ländliche Entwicklung nicht nur von großen Einzelmaßnahmen abhängt, sondern oft von vielen kleinen, gut abgestimmten Schritten. Ein ansprechend gestalteter Dorfmittelpunkt, intakte Gemeinschaftseinrichtungen, gepflegte Wege und Plätze, ein aktives Vereinsleben und ein bewusster Umgang mit Natur und Landschaft bilden zusammen die Grundlage für Lebensqualität im Dorf. Wo dies gelingt, profitieren in der Regel alle Generationen.

Gerade deshalb kommt dem Begriff „Unser Dorf hat Zukunft“, der den traditionellen Wettbewerbsnamen ergänzt, ein besonderes Gewicht zu. Er verweist darauf, dass es nicht allein um äußere Verschönerung geht. Entscheidend ist vielmehr, ob ein Ort auch künftig als Wohn-, Arbeits- und Lebensraum attraktiv bleibt. Dazu zählen unter anderem sichere Verkehrsverhältnisse, Möglichkeiten zur Begegnung, eine sinnvolle Nutzung vorhandener Gebäude, das Einbinden junger Menschen in das Gemeindeleben und ein verantwortungsvoller Umgang mit den natürlichen Ressourcen der Umgebung. Schon damals war erkennbar, dass Dorferneuerung langfristig gedacht werden muss.

Die Teilnahme von zehn Gemeinden in der Hauptklasse zeigt, dass das Interesse im Kreisgebiet weiterhin beachtlich war. Wettbewerbe leben davon, dass sich Orte miteinander messen, ohne den kooperativen Gedanken aus dem Blick zu verlieren. Oft entstehen aus den Besichtigungen und Gesprächen wertvolle Anregungen: Was in einer Gemeinde erfolgreich erprobt wurde, lässt sich möglicherweise in angepasster Form auch anderswo umsetzen. In diesem Sinn ist der Dorfabend nicht nur eine Preisverleihung, sondern auch ein Forum des Austauschs zwischen den Gemeinden.

Zu den typischen Themen, die im Zusammenhang mit dem Wettbewerb immer wieder eine Rolle spielen, gehören die Erhaltung regionaltypischer Bauweise, die Aufwertung des öffentlichen Raums und die Aktivierung ehrenamtlicher Mitarbeit. Ebenso wichtig sind jedoch weniger sofort sichtbare Faktoren wie die Qualität der Zusammenarbeit im Ort, die Bereitschaft zur Mitwirkung bei Gemeinschaftsprojekten und der Wille, auch bei unterschiedlichen Interessen zu gemeinsamen Lösungen zu kommen. Gerade diese weichen Faktoren prägen auf Dauer häufig stärker als einzelne bauliche Maßnahmen, wie lebendig und tragfähig ein Dorf tatsächlich ist.

Dass mit Kördorf, Holzheim, Obernhof und Osterspai mehrere Gemeinden besonders hervorgehoben werden, schließt die Leistung der übrigen Teilnehmer keineswegs aus. Erfahrungsgemäß bedeutet bereits die Teilnahme am Wettbewerb eine intensive Bestandsaufnahme der eigenen Entwicklung. Viele Orte nutzen die Vorbereitung, um Stärken und Schwächen zu benennen, Prioritäten festzulegen und bestehende Initiativen besser aufeinander abzustimmen. Selbst wenn am Ende kein Spitzenplatz erreicht wird, kann dieser Prozess für die weitere Arbeit vor Ort sehr hilfreich sein.

Für Besucherinnen und Besucher des Dorfabends dürfte neben der eigentlichen Ehrung auch das Interesse an konkreten Beispielen aus den ausgezeichneten Gemeinden im Vordergrund stehen. Häufig sind es gerade anschauliche und praxisnahe Maßnahmen, die andere Orte zum Nachdenken anregen: die behutsame Sanierung eines alten Gebäudes, die Umgestaltung eines Platzes, ein gut angenommenes Dorffest, eine Gemeinschaftsaktion zur Landschaftspflege oder die neue Nutzung eines leerstehenden Hauses. Solche Beispiele zeigen, dass Dorfentwicklung weder abstrakt noch ausschließlich kostenintensiv sein muss, sondern oft aus lokaler Initiative heraus entsteht.

Aus heutiger Sicht wirkt die Berichterstattung aus dem Jahr 2000 zugleich wie ein Zeitdokument. Sie verweist auf eine Phase, in der der ländliche Raum bereits im Wandel war, viele Gemeinden aber mit großem Selbstbewusstsein ihre Stärken herausstellten. Der Wettbewerb bot dafür eine öffentliche Bühne. Zugleich erinnert die Notiz daran, wie wichtig verlässliche Anerkennung für ehrenamtlich getragenes Engagement ist. Wo Einsatz gesehen und gewürdigt wird, wächst meist auch die Bereitschaft, sich weiterhin für den eigenen Ort einzubringen.

Praktisch betrachtet hat eine Ehrungsveranstaltung wie diese mehrere Funktionen zugleich. Sie bestätigt zum einen die Arbeit der ausgezeichneten Gemeinden. Zum anderen schafft sie Öffentlichkeit für Themen, die in der alltäglichen Kommunalpolitik oft nur nebenbei wahrgenommen werden. Schließlich vermittelt sie auch nach außen ein Bild des Kreisgebiets als Region mit aktiven, gestaltenden Dörfern. Für den Rhein-Lahn-Kreis ist dies von Bedeutung, weil die Identität des Kreises in hohem Maß durch seine Ortsgemeinden geprägt wird.

Wer den Wettbewerb nur unter dem Gesichtspunkt des Verschönerns betrachtet, greift daher zu kurz. Bereits die Verbindung zum Zukunftsgedanken macht deutlich, dass die Dörfer an ihrer Substanz, ihrer Gemeinschaft und ihrer Entwicklungsperspektive arbeiten. Dazu zählen etwa Fragen der Nahversorgung, der Erreichbarkeit von Einrichtungen, der Pflege des kulturellen Erbes und der nachhaltigen Nutzung vorhandener Flächen. Auch wenn diese Aspekte im kurzen Meldungstext nur angedeutet werden, bilden sie den sachlichen Hintergrund der Auszeichnung.

Häufig wird gerade im ländlichen Raum sichtbar, wie eng bauliche Qualität und soziales Miteinander zusammenhängen. Ein gut gestalteter Platz bleibt nur dann auf Dauer belebt, wenn er auch genutzt wird. Ein Dorfgemeinschaftshaus erfüllt seinen Zweck erst dann ganz, wenn dort tatsächlich Begegnung stattfindet. Gepflegte Straßenränder und Grünanlagen wirken nur nachhaltig, wenn sich Menschen dafür verantwortlich fühlen. Insofern stehen die im Wettbewerb erfolgreichen Gemeinden nicht nur für gute Gestaltung, sondern auch für funktionierende lokale Gemeinschaften.

Für die teilnehmenden Orte kann der Wettbewerb außerdem helfen, eigene Leistungen gegenüber Förderstellen, Partnern und der Öffentlichkeit nachvollziehbar darzustellen. Die Auseinandersetzung mit Bewertungskriterien schärft oft den Blick dafür, welche Entwicklungen bereits gelungen sind und wo weiterer Handlungsbedarf besteht. Dies kann bei künftigen Maßnahmen nützlich sein, etwa wenn Projekte priorisiert, Kooperationen gesucht oder Bürgerinnen und Bürger für neue Vorhaben gewonnen werden sollen.

Im Zusammenhang mit dem Dorfabend dürfte auch der persönliche Austausch zwischen den Vertreterinnen und Vertretern der Gemeinden eine wichtige Rolle spielen. Solche Begegnungen fördern das Verständnis dafür, dass viele Herausforderungen nicht isoliert, sondern kreisweit ähnlich gelagert sind. Ob es um die Pflege des Ortsbildes, um die Belebung der Dorfmitte, um Jugendarbeit oder um die Erhaltung gewachsener Strukturen geht: Der Blick über die eigene Gemeindegrenze hinaus kann helfen, die eigene Situation realistischer einzuschätzen und praktikable Lösungen zu finden.

Kurze Hinweise zur Einordnung des Wettbewerbs:

  • Bewertet wurden in der Regel nicht nur einzelne Schmuckelemente, sondern das Gesamtbild und die Entwicklungsfähigkeit eines Dorfes.
  • Die Unterscheidung zwischen Hauptklasse und Sonderklasse diente dazu, unterschiedliche Ausgangsbedingungen angemessen zu berücksichtigen.
  • Eine gute Platzierung war meist Ergebnis längerfristiger Arbeit und nicht nur kurzfristiger Vorbereitungen auf die Bereisung.
  • Die öffentliche Ehrung durch den Kreis ergänzte die eigentliche Wettbewerbsbewertung um einen sichtbaren Akt der Anerkennung.

Häufige Fragen zum Hintergrund der Meldung:

Warum ist die Jahreszahl im Wettbewerbsnamen wichtig?
Da die Meldung vom 28. September 2000 stammt, muss sich die Angabe im Text auf das Wettbewerbsjahr 2000 beziehen. Eine anders lautende Jahreszahl wäre missverständlich.

Was bedeutet „Unser Dorf hat Zukunft“ im Zusammenhang mit dem älteren Wettbewerbsnamen?
Die Ergänzung macht deutlich, dass es nicht allein um äußere Verschönerung geht, sondern um die langfristige Entwicklung der Dörfer als lebenswerte Orte.

Warum werden mehrere Gemeinden genannt, obwohl nur eine Gastgeberin ist?
Der Dorfabend dient der Würdigung aller Siegergemeinden des Kreises in den jeweiligen Klassen, auch wenn die Veranstaltung in Kördorf stattfindet.

Hat eine solche Ehrung praktische Folgen für die Gemeinden?
Unmittelbar steht die Anerkennung im Vordergrund. Darüber hinaus kann eine Auszeichnung Motivation schaffen, die öffentliche Wahrnehmung stärken und weitere Entwicklungsprozesse im Ort unterstützen.

Die kurze Ankündigung zur Ehrung der Siegergemeinden verweist damit auf mehr als nur einen festlichen Termin im Kalender. Sie steht für ein Verständnis von Dorfentwicklung, das Gestaltung, Zusammenhalt und Zukunftsorientierung miteinander verbindet. Gerade im Rhein-Lahn-Kreis mit seinen vielen kleineren Gemeinden war und ist diese Perspektive von besonderer Bedeutung. Der Dorfabend in Kördorf bietet den passenden Rahmen, um dieses Engagement sichtbar zu machen und den erfolgreichen Orten des Wettbewerbs die verdiente Anerkennung auszusprechen.