Mehr Qualifikation, weniger Stress? So bringen Berufstätige Weiterbildung in ihren Alltag
Über mangelnde Bereitschaft zur Weiterbildung klagen die wenigsten, vielmehr mangelt es an Zeit und Energie, oder es besteht das Gefühl, dass der Alltag schon voll genug sei. Vor dieser Hürde stehen viele Berufstätige: Lernen soll weiter bringen, darf aber nicht zur Dauerbelastung werden. Mit einer klaren Planung lässt sich Qualifikation in den Alltag einbauen. Und das, ohne dass das Leben nur noch aus To do Listen besteht.
Am Anfang steht eine entscheidende Frage: Soll Wissen nur aufgefrischt, soll ein neues Themenfeld aufgebaut oder soll ein formaler Nachweis erreicht werden? Daraus ergibt sich der geeignete Umfang. Wer sich verzettelt, kommt schneller vom Weg ab, als jemand, der für drei Monate ein konkretes Lernziel hat.Bildungsurlaub in Hessen kann dafür auch ein gesetzlich verankerter Anspruch auf Freistellung für anerkannte Weiterbildung genutzt werden, je nach individueller Situation und Kursangebot.
Lernformate wählen, die ins Leben passen
Nicht jedes Format funktioniert zu jeder Zeit. Präsenztermine geben Struktur, kosten aber Anfahrtszeit und sind unflexibel. Online Kurse sparen Wege, verlangen aber Selbstorganisation. Hybridformate verknüpfen beides, helfen aber nur, wenn die Technik funktioniert und Lernzeiten regulär sind.
- Erstens: Ist die Lernzeit planbar, also wirklich im Kalender blockierbar?
- Zweitens: Gibt es Übungsanteile, die den Transfer ins eigene Jobfeld erleichtern, z. B. durch Fallbeispiele, Aufgaben, Feedbackrunden?
- Drittens: Passt das Niveau? Zu leicht werden Inhalte frustrierend, zu schweres Niveau führt bei anfänglicher Motivation zum Abbruch.
Routinen entwickeln, die nicht nach Selbstoptimierung riechen
Stress entsteht oft dann, wenn „oben drauf“ auch noch gelernt werden soll. Besser funktioniert es, wenn die Lernzeit ihren Platz hat. Ein realisitischer Takt dafür kann zum Beispiel zweimal pro Woche eine halbe bis dreiviertel Stunde, dazu am Wochenende eine lange Einheit, wenn es zur Lebenssituation passt. Wichtig ist, dass die Einheiten so klein sind, dass sie auch in stressigen Wochen machbar bleiben.
Hilfe annehmen, statt alles allein zu tragen.
Weiterbildung wird leichter, wenn sie organisatorisch mitgedacht wird. Im Betrieb ist es hilfreich, frühzeitig über Zeitfenster, Vertretung und realistische Erwartungen zu sprechen. Das nimmt den Druck, nebenbei auch noch voll leistungsfähig sein zu wollen und zu lernen. Privat hilft eine einfache Absprache. Zum Beispiel feste Zeiten, in denen Lernen ungestört möglich ist, und andere, die dann wieder frei bleiben.

