Planetenparade

Planetenparade: Wann sieht man 3,4,5 oder 6 Planeten?

Wer nach Sonnenuntergang oder vor dem Morgengrauen in den Himmel schaut, bemerkt mehr als nur einzelne Lichtpunkte. Hin und wieder stehen mehrere Planeten eng beieinander entlang der Ekliptik. Diese sogenannten Planetenparaden sind faszinierende Gelegenheiten, um die Himmelskörper unseres Sonnensystems ohne großen Aufwand zu beobachten. Sie kommen in unterschiedlichen Varianten vor, je nachdem wie viele Planeten beteiligt sind.

Termine der Planetenparaden

Planetenparaden treten in unregelmäßigen Abständen auf. Hier findest du eine Auswahl wichtiger Ereignisse der letzten Jahre und der nahen Zukunft:

  • 27. März 2023: Kurz nach Sonnenuntergang reihte sich eine Parade aus fünf Planeten auf – Merkur, Jupiter, Venus, Uranus und Mars, begleitet vom Mond.
  • 24. Juni – 4. Juli 2024: Vor dem Sonnenaufgang waren Jupiter, Uranus, Mars, Neptun, Saturn und der Zwergplanet Pluto gleichzeitig am Himmel. Sichtbar mit bloßem Auge waren vor allem Jupiter, Mars und Saturn.
  • 25. – 31. Januar 2025: Ende Januar versammelten sich sechs Planeten (Mars, Jupiter, Uranus, Neptun, Venus und Saturn) in der Abenddämmerung; mit Fernglas oder Teleskop konnten alle gefunden werden.
  • 28. Februar 2025: Ein seltenes Schauspiel mit sieben Planeten – Merkur, Venus, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun – am Abendhimmel. Die inneren Planeten standen dabei tief über dem westlichen Horizont.
  • 28. Februar 2026: Sechs Planeten (Merkur, Venus, Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun) bilden eine große Parade nach Sonnenuntergang. Mars ist zu dieser Zeit unsichtbar, weil er sich auf die Tagesseite verlagert.
  • 18. April 2026: Am Morgenhimmel zeigen sich Saturn, Mars, Merkur und Neptun zusammen – eine Viererparade.
  • 12. Juni 2026: Gegen Abend ist ein Trio aus Merkur, Jupiter und Venus zu sehen.
  • 12. August 2026: In den frühen Morgenstunden reihen sich Jupiter, Merkur, Mars, Uranus, Saturn und Neptun zu einer weiteren Sechs‑Planeten‑Parade.
  • 14. November 2026: Im Morgengrauen stehen Merkur, Venus, Mars und Jupiter nahe beieinander.
  • 2. Juli 2027: Eine morgendliche Parade mit fünf Planeten: Merkur, Venus, Saturn, Uranus und Neptun.
  • 22. Oktober 2028: Kurz vor Sonnenaufgang erscheinen von Osten nach Westen Merkur, Jupiter, Venus, Mars, Uranus und Saturn. Neptun bleibt unter dem Horizont. Dieses Ereignis erinnert an die großen Paraden der Jahre 2020 und 2025.

Die genannten Daten geben den Zeitraum an, in dem die Planeten in einer kompakten Himmelsregion stehen. Je nach Standort können sie ein oder zwei Tage früher oder später am besten sichtbar sein.

Was ist eine Planetenparade?

Der Begriff „Planetenparade“ ist kein offizieller Fachausdruck, sondern ein populärer Name für planetarische Ausrichtungen. Gemeint ist, dass mehrere Planeten gleichzeitig in einem kleinen Ausschnitt des Himmels liegen und scheinbar eine Linie bilden. Tatsächlich stehen die Planeten nicht exakt auf einer Linie im Raum; sie kreisen auf unterschiedlichen Bahnen um die Sonne. Die Parade entsteht durch unsere Sicht auf die Ekliptik – die Ebene, in der alle Planeten ungefähr unterwegs sind. Je nachdem wie viele Planeten beteiligt sind, unterscheidet man Mini‑Paraden (drei Planeten), kleine Paraden (vier Planeten) und große Paraden (fünf oder sechs Planeten). Ein seltenes Highlight ist eine sogenannte „große Alignment“, bei der sieben oder mehr Planeten zusammenkommen. Dies geschieht nur alle paar Jahrzehnte.

Es ist wichtig zu wissen, dass solche Ausrichtungen keine spürbaren Einflüsse auf die Erde oder den Menschen haben. Weder verursachen sie Naturkatastrophen noch verändern sie unser Verhalten. Für Astronomiefans sind sie jedoch eine schöne Gelegenheit, mehrere Planeten in kurzer Zeit zu entdecken.

Tipps zum Beobachten von Planetenparaden

Damit du eine Planetenparade bestmöglich beobachten kannst, helfen einige Vorbereitungsschritte:

  • Den richtigen Zeitpunkt wählen: Viele Paraden sind nur kurz nach Sonnenuntergang oder kurz vor Sonnenaufgang sichtbar. Informiere dich über die lokalen Auf‑ und Untergangszeiten der beteiligten Planeten und plane entsprechend.
  • Freie Horizontsicht: Die inneren Planeten wie Merkur und Venus stehen oft sehr tief am Horizont. Ein Ort mit freier Sicht nach Westen (Abend) oder Osten (Morgen) ist ideal.
  • Dunkler Standort: Lichtverschmutzung erschwert das Erkennen schwacher Planeten. Suche nach einem Beobachtungsplatz abseits großer Städte.
  • Fernglas oder Teleskop: Während helle Planeten wie Venus, Jupiter oder Mars mit bloßem Auge zu sehen sind, benötigen Uranus und Neptun eine optische Hilfe. Ein kleines Fernglas genügt meist.
  • Stellarium oder Apps nutzen: Digitale Sternkarten oder Apps helfen dir, die Positionen der Planeten zu finden und erlauben eine Vorschau auf das Ereignis.
  • Sicherheitsregeln beachten: Beobachte niemals in Richtung der Sonne und beginne erst, wenn die Sonne vollständig untergegangen ist. Vor Morgendämmerung solltest du rechtzeitig aufhören, um nicht versehentlich ins Sonnenlicht zu blicken.

Einflüsse des Wetters auf astronomische Beobachtungen

Wetterbedingungen spielen bei jeder Himmelsbeobachtung eine entscheidende Rolle. Klarheit und Transparenz der Atmosphäre beeinflussen, wie hell Planeten erscheinen und ob du schwächere Objekte wie Uranus oder Neptun überhaupt erkennen kannst. Folgende Faktoren sind wichtig:

  • Bewölkung: Schon dünne Wolken können Planetenschein trüben. Warte auf wolkenfreie Nächte oder Morgende.
  • Luftfeuchtigkeit und Dunst: Hohe Feuchtigkeit führt zu Dunstschleiern, die das Licht streuen und die Sicht verschlechtern.
  • Temperaturunterschiede: Starke Temperaturschwankungen zwischen Boden und Luft können zu Turbulenzen führen, die das Bild im Teleskop verzerren (sogenanntes „Seeing“).
  • Wind: Wind kann den Himmel klären, aber auch Staub aufwirbeln. Außerdem kann er das Handling von optischen Geräten erschweren.

Plane eine Ausweichmöglichkeit für den Fall schlechten Wetters. Oft reicht es, ein oder zwei Tage abzuwarten, da Paraden meist über mehrere Abende oder Morgen sichtbar bleiben.

Planetenparade 2028

Besonders spannend wird das Jahr 2028: Am Morgen des 22. Oktober reihen sich sechs Planeten über den Himmel. Merkur und Jupiter stehen sehr tief im Osten und sind nur kurz vor Sonnenaufgang sichtbar. Weiter westlich leuchtet die helle Venus, während Mars höher im Südosten in der Nähe des Sterns Regulus im Löwen zu sehen ist. Noch weiter im Südwesten findest du den grünlichen Uranus, für den ein Fernglas hilfreich ist. Im Westen beschließt Saturn die Parade. Neptun befindet sich zu diesem Zeitpunkt unter dem Horizont und bleibt unsichtbar.

Um das Schauspiel zu genießen, solltest du etwa eine Stunde vor Sonnenaufgang an einem Ort mit freier Sicht zum östlichen und westlichen Horizont stehen. Ein klarer Himmel und ein Fernglas erhöhen deine Chancen, die komplette Reihe zu sehen. Auch wenn nicht alle Planeten mit bloßem Auge sichtbar sind, vermittelt die Vorstellung, dass sie sich gleichzeitig über den Himmel verteilen, ein besonderes Gefühl für die Größe unseres Sonnensystems.

Kurz & knapp: Ein himmlisches Schauspiel

Planetenparaden erinnern uns daran, wie dynamisch unser Sonnensystem ist. Mit etwas Planung und dem Blick für den richtigen Zeitpunkt kannst du mehrere Welten an einem Abend oder Morgen erleben. Ob drei, vier, fünf oder sechs Planeten – jede Parade bietet die Möglichkeit, den Himmel neu zu entdecken und die Schönheit unserer kosmischen Nachbarn zu bestaunen.

FAQ zum Thema Planetenparade

Wann spricht man von einer Planetenparade?
Von einer Planetenparade ist die Rede, wenn mindestens drei Planeten innerhalb eines kleinen Abschnitts am Himmel zu sehen sind. Je mehr Planeten beteiligt sind, desto größer und seltener ist das Ereignis.
Wie oft treten große Planetenparaden auf?
Kleine Paraden mit drei oder vier Planeten kommen fast jedes Jahr vor. Eine große Parade mit fünf oder sechs Planeten gibt es nur alle paar Jahre. Eine Ausrichtung mit sieben oder mehr Planeten ist äußerst selten und kann Jahrzehnte auseinanderliegen.
Kann ich alle Planeten mit bloßem Auge sehen?
Die hellen Planeten Venus, Merkur, Mars, Jupiter und Saturn sind grundsätzlich mit bloßem Auge sichtbar. Uranus und Neptun sind so lichtschwach, dass du ein Fernglas oder ein kleines Teleskop benötigst.
Hat eine Planetenparade Auswirkungen auf die Erde?
Nein. Obwohl mehrere Planeten in einer Linie erscheinen, sind sie räumlich weit voneinander entfernt. Ihre Gravitationskräfte wirken sich nicht spürbar auf die Erde aus. Es handelt sich um ein visuelles Phänomen ohne physikalische Folgen.
Welches Equipment ist für Anfänger sinnvoll?
Für den Einstieg reicht ein einfaches Fernglas, um lichtschwache Planeten zu erkennen. Wer tiefer einsteigen möchte, kann zu einem kleinen Teleskop greifen. Apps und Sternkarten helfen zusätzlich bei der Orientierung am Himmel.