Ein Urlaub in Deutschland führt die meisten Reisenden in nur wenige Regionen. Welche Bundesländer dabei tatsächlich an der Spitze stehen, zeigt ein Blick auf aktuelle Zahlen und Vorlieben der Gäste.
Deutschland zählt seit Jahren zu den beliebtesten Reisezielen der eigenen Bevölkerung. Ob Berge, Küste oder Großstadt: Die Vielfalt der Landschaften macht einen Urlaub in Deutschland für ganz unterschiedliche Ansprüche attraktiv. Gleichzeitig verteilen sich die Gäste sehr ungleich auf die 16 Bundesländer.
Manche Regionen verzeichnen Jahr für Jahr Rekordzahlen, andere bleiben bewusst im Hintergrund. Wer seinen nächsten Urlaub in Deutschland plant, profitiert davon, diese Unterschiede zu kennen.
Hintergrund zum Tourismus in Deutschland
Die Reiselust der Deutschen ist ungebrochen. Laut Reiseanalyse der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen plant ein großer Teil der Bevölkerung regelmäßig mindestens eine Urlaubsreise pro Jahr, und ein erheblicher Anteil davon bleibt im eigenen Land.
Besonders die Sommermonate von Juni bis September prägen das Geschehen: In dieser Zeit fällt fast die Hälfte aller Übernachtungen im Bundesgebiet an.
Auch die Art des Urlaubs verändert sich. Campingplätze und Ferienwohnungen gewinnen an Bedeutung, während klassische Hotelübernachtungen zuletzt leicht zurückgingen.
Bevölkerungsreiche Bundesländer wie Nordrhein-Westfalen verzeichnen dabei hohe absolute Gästezahlen, auch wenn der Tourismus in NRW pro Einwohner im Vergleich moderat bleibt. Das liegt schlicht an der hohen Einwohnerzahl des Landes.
Diese strukturellen Unterschiede erklären, warum ein einfacher Blick auf Gesamtzahlen allein wenig über die tatsächliche Beliebtheit eines Ziels aussagt. Erst der Vergleich mehrerer Kennzahlen zeigt, welche Bundesländer beim Urlaub in Deutschland wirklich vorne liegen.
Die beliebtesten Bundesländer im Vergleich
Sowohl bei deutschen als auch bei ausländischen Gästen zeichnet sich ein recht klares Bild ab. Drei Regionen stechen bei den Übernachtungszahlen regelmäßig heraus, während andere Bundesländer eher mit Ruhe und Weite punkten.
Bayern an der Spitze
Bayern ist das mit Abstand meistbesuchte Bundesland Deutschlands, sowohl bei inländischen als auch bei ausländischen Reisenden. Auf den Freistaat entfällt ein zweistelliger Prozentanteil aller Übernachtungen im gesamten Bundesgebiet.
Neben den Alpen und zahlreichen Seen zieht auch das Münchner Oktoberfest jährlich Millionen Besucher an. Allerdings verkürzt sich die durchschnittliche Aufenthaltsdauer der Gäste in Bayern zuletzt spürbar.
Mecklenburg-Vorpommern und die Ostseeküste
Die Ostsee gilt unter deutschen Urlauberinnen und Urlaubern seit Jahren als beliebtestes Einzelreiseziel im eigenen Land. Mecklenburg-Vorpommern profitiert davon besonders deutlich und gehört laut Allensbacher Markt- und Werbeträgeranalyse zu den Top drei der innerdeutschen Reiseziele. Gäste bleiben hier im Durchschnitt länger als anderswo, oft über vier Nächte am Stück.
Baden-Württemberg als verlässlicher Dauerbrenner
Baden-Württemberg rundet das Spitzentrio der beliebtesten Bundesländer ab. Der Schwarzwald, der Bodensee und zahlreiche Städte mit kulturellem Angebot machen das Land für unterschiedliche Reisetypen interessant. Über die vergangenen zehn Jahre konnte Baden-Württemberg seinen Anteil an den innerdeutschen Urlaubsreisen sogar deutlich ausbauen.
Ruhige Alternativen abseits des Trubels
Wer Abstand vom touristischen Andrang sucht, findet ihn etwa im Saarland. Dort kommt rein rechnerisch nur ein Gast pro Einwohner und Jahr zusammen, was das kleine Bundesland zu einem der ruhigsten Reiseziele macht. Solche Unterschiede lohnen einen Blick, bevor die Urlaubsplanung beginnt:
- Bayern: höchste Gesamtzahl an Übernachtungen, beliebt bei in- und ausländischen Gästen
- Mecklenburg-Vorpommern: Ostseeküste mit überdurchschnittlich langer Verweildauer
- Baden-Württemberg: wachsender Anteil bei innerdeutschen Reisen, vielseitige Landschaft
- Saarland: geringste Gästedichte, geeignet für ruhige Reisen
Diese Übersicht macht deutlich, dass die Wahl des passenden Bundeslandes stark von den eigenen Erwartungen abhängt. Wer das weiß, kann seinen Urlaub in Deutschland gezielter planen.
Tipps für die Urlaubsplanung
Wer einen Urlaub in Deutschland plant, sollte die Hauptsaison von Juni bis September bewusst einkalkulieren. In dieser Zeit sind beliebte Ziele wie Bayern oder die Ostseeküste deutlich stärker ausgelastet, was sich auf Preise und Verfügbarkeiten auswirkt. Eine frühzeitige Buchung lohnt sich gerade in den gefragten Regionen.
Für alle, die etwas Abstand von belebten Hotspots suchen, bieten sich die Nebensaison oder weniger bekannte Regionen an. Das Saarland oder ländliche Gebiete in Thüringen punkten mit Ruhe und oft günstigeren Preisen. Wer flexibel bei der Reisezeit ist, profitiert zudem von einer größeren Auswahl an Unterkünften.
Auch das Thema Nachhaltigkeit gewinnt im Deutschlandtourismus an Gewicht. Camping- und Ferienwohnungssegmente wachsen, während klassische Hotelübernachtungen leicht zurückgehen. Wer sich vorab informieren möchte, findet auf einer entsprechenden Branchenübersicht zum Tourismus in Deutschland weiterführende Hintergründe und aktuelle Zahlen.
Mit diesen Hinweisen lässt sich die Reiseplanung deutlich entspannter gestalten, unabhängig davon, welches Bundesland am Ende den Zuschlag erhält.
Beliebteste Bundesländer im Ausblick
Bayern, Mecklenburg-Vorpommern und Baden-Württemberg führen die Liste der beliebtesten Reiseziele beim Urlaub in Deutschland an, jedes mit eigenem Charakter und eigenen Stärken. Gleichzeitig zeigen ruhigere Regionen wie das Saarland, dass abseits der Hauptströme attraktive Alternativen warten.
Am Ende entscheidet die persönliche Vorliebe, ob es eher in die Berge, an die Küste oder in eine ruhige Landregion gehen soll. Wer Saison, Ziel und eigene Erwartungen sorgfältig abstimmt, findet für den nächsten Urlaub in Deutschland garantiert die passende Region.

