KUR-GESCHICHTE (RAUM 1 UND 2) 

Im Eingangsbereich zeigen rechts vier Druckgrafiken aus dem 19. Jahrhundert Szenen aus dem Kurleben, darunter gibt eine Bilderfolge Einblick in den Alltag des Kurgastes "zu Kaisers Zeiten". Links, hinter der Aufsicht, zeigt ein Gemälde Rudolf Janiks aus dem Jahr 1888, wie Kaiser Wilhelm I., ehrfürchtig begrüßt von den Kurgästen, mit seiner Kutsche am Kurhaus vorfährt. 

(Wir beginnen den Rundgang im Raum 1 bei der Aufsicht, an der linken Seite.)

Das "Embser Bad" um 1650. Kupferstich v. Merian. An dieser Stelle steht heute das Kurhaus.

Vom "Embser Bad" zur Kurstadt 

Das mittelalterliche Dorf Ems lag im westlichen Stadtteil, rund um die evangelische Martinskirche. Eine halbe Stunde lahnaufwärts, im Bereich des heutigen Kurhauses, traten die Thermalquellen zutage. Noch um 1800 lagen zwischen "Bad" und "Dorf" Wiesen und Weingärten. Etwa seit 1300 errichtete man über den warmen Quellen erste Badehäuser. Das Bad wird erstmals im frühen 14. Jahrhundert schriftlich erwähnt. In einer ersten Phase des Ausbaus errichteten die Grafen im 14. und 15. Jahrhundert steinerne Wohntürme und Fachwerkhäuser für sich und ihre vornehmen Gäste.

Das Modell und der Kupferstich von Merian zeigen das von Türmen und Mauern geschützte "Embser Bad" um 1650 im Bereich des heutigen Kurhauses: links die Badehäuser der Landgrafen von Hessen-Darmstadt (über dem Kränchen-Brunnen), rechts die der Grafen von Nassau (Über dem Kessel-Brunnen). Die 1474 geweihte Kapelle stand bis um 1690 im Bereich der heutigen Brunnenhalle.

Große Bürger- und Logierhäuser entstanden um 1700 am Rand des Kurviertels. 1696 wurden das "Steinerne Haus" (1968 abgerissen), das Haus "Vier Türme" und das "Mainzer Haus" auf der linken Lahnseite erbaut. Sie sind auf dem großen Panorama links an der Wand zu sehen.

An der Stelle der alten Bäder über den Heilquellen entstand 1712/15 das neue fürstlich nassau-oranische Badehaus, ein barockes Badeschloss, das den Kern des heutigen Kurhauses bildet. Bauzeichnungen des damals nicht verwirklichten Westflügels sind in der Vitrine zu sehen.

Erst zwischen 1820 und 1860, als Bad Ems zum Weltbad wurde und der Kurbetrieb erheblich anstieg, kam es zu einem "Bauboom", Hotels und Logierhäuser entstanden entlang der Römerstraße und verbanden innerhalb weniger Jahrzehnte beide Ortsteile. Der Stadtplan aus dieser Zeit verdeutlich die Entwicklung. Das große farbige Panorama, die Reproduktion eines Stiches, zeigt Bad Ems um 1840. Im Westen (links) ist das Dorf mit der Martinskirche zu sehen, im Osten das Bad mit Kurhaus und Kursaalgebäude, dazwischen die Römerstraße, noch mit Baulücken. Die andere Lahnseite war noch nicht bebaut, die Wilhelmsallee mit der Russichen Kirche und den Villen gab es noch nicht. Den von George Barnard um 1840 festgehaltenen Blick von der Mooshütte auf der Bäderlei genießen noch heute viele Besucher. 

Innenansicht des Emser Bades um 1600. Kupferstich von Dilich.

(Im Nebenraum, Raum 2, wird die Kurgeschichte fortgesetzt.)


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