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Schule und Digitalisierung? – So ist der Stand der Digitalisierung von Schulen in 2023/2024

Wie oft stellen sich Menschen die Frage, wie das Leben in der Zukunft wohl aussehen wird?

Wie oft kommt die Frage danach auf, wie sehr die Technik in unser Leben einziehen und dieses beherrschen wird.

Wie oft fragen sich Menschen, was für eine Auswirkung die Technik auf die Schule haben wird, ohne dabei zu bedenken, dass die Technik durch die Digitalisierung bereits einen Bestandteil des Schulalltags darstellt.

Sicherlich spielt es eine wichtige Rolle, den Blick auf die Zukunft zu richten und sich mit den künftigen Entwicklungen auseinanderzusetzen. Was dabei jedoch nicht in den Hintergrund geraten darf, ist das Hier und Jetzt. Aus diesem Grund ist es durchaus interessant, sich nicht nur zu Fragen, wie die Schule der Zukunft wohl aussehen wird, sondern sich auch die Frage danach zu stellen, wie sich der aktuelle Stand der Digitalisierung in Schulen gestaltet.

Übersicht

Was ist die Digitalisierung an Schulen überhaupt?

Die erste Frage, die sich bei vielen Menschen aufdrängt, wenn sie den Begriff „Digitalisierung“ im Zusammenhang mit der Schule hören, ist die Frage danach, worum es sich dabei überhaupt handelt.

Gehen die Kinder nun nur noch mit dem Tablet in die Schule?

Sitzen die Kinder den ganzen Tag vor Bildschirmen?

Ersetzt das Schreiben an der Tastatur dauerhaft die Handschrift?

Nein – die Digitalisierung der Schulen heißt nicht, dass Kinder nicht mehr in Kontakt mit Büchern kommen oder das Schreiben mit der Hand verlernen. Vielmehr bedeutet es, dass sich die Schul IT darum kümmert, all die wichtigen Geräte einzurichten und sich um die Cyber-Security zu kümmern.

Auf diese Weise lernen Schüler technische Geräte und den Umgang mit den technischen Medien kennen, die in der heutigen Zeit einen fundamentalen Bestandteil der Arbeitswelt und des täglichen Lebens darstellen.

Ist die Digitalisierung der Schulen wirklich so wichtig?

Dass die Digitalisierung der Schulen ein so wichtiges Thema ist, liegt daran, dass digitale Medien zu einer selbstverständlichen Konstante des Alltags geworden sind. Sie sind aus dem Alltag und der Arbeitswelt nicht mehr wegzudenken, wobei die Innovationen immer weiter fortschreiten. Jährlich kommen Neuerungen auf den Markt, weshalb es für Kinder wichtig ist, bereits in der Schule entsprechende digitale Kompetenzen zu erlangen.

Durch das sichere Umfeld der Schule lernen Kinder die digitalen Medien:

  • sachgerecht
  • sozial verantwortlich
  • selbstbestimmt
  • kreativ
  • sinnvoll
  • situationsbezogen
  • adäquat
  • handlungsorientiert

zu nutzen. Fähigkeiten, die in der heutigen Arbeitswelt mit zu Grundvoraussetzungen gehören.

Für diese Zwecke setzen Schulen die digitalen Medien fachübergreifend im Unterricht ein, sodass Kinder immer mehr in Kontakt mit ihnen kommen.

Was allerdings eine wichtige Voraussetzung für die Digitalisierung der Schule ist, ist zum einen die sachgerechte Ausstattung und zum anderen die entsprechende Qualifizierung der Lehrkräfte.

Wie sieht die Digitalisierung der Schulen, bzw. ein digitales Klassenzimmer aus?

Zu der Digitalisierung der Schule gehört es, dass es in den Schulen digitale Klassenzimmer gibt. In einem digitalen Klassenzimmer sind unter anderem folgende Rahmenbedingungen gegeben:

  • Gute Internetverbindung
  • Ausreichend Endgeräte (Computer oder Tablets)
  • Aktualisierte Hard- und Software
  • Einsetzen von E-Boards, Scannern, Netzwerkdruckern, etc.
  • Verwendung geeigneter pädagogischer und fachspezifischer Software
  • Aufklärung über Cyber-Security
  • IT-Experte in der Schule, der als Ansprechpartner für Fragen und Probleme dient

Wie ist der aktuelle Stand der Digitalisierung der Schulen in Deutschland?

Wie der aktuelle Stand rund um die Digitalisierung der Schulen in Deutschland aussieht, kann pauschal nicht mit einer Aussage dargestellt werden. Denn es bestehen natürlich von Schule zu Schule und auch von Region zu Region jeweils Unterschiede.

Allerdings ist es erfreulich zu sehen, das die Digitalisierung allgemein zunimmt. Denn, was die Nutzung der digitalen Medien mindestens einmal in der Woche im Unterricht anbelangt, haben sich die Zahlen wie folgt entwickelt:

 

Jahr Prozentzahl der Lehrkräfte, die für ihren Unterricht wenigstens einmal in der Woche digitale Medien nutzen
2017 50,1
2021 73,3

Es lassen sich aber drei Bundesländer nennen, die sich durch eine besonders hohe – in der Regel tägliche Nutzungsrate der digitalen Medien während des Unterrichts – auszeichnen. Es handelt sich um:

Bundesland Prozentzahl
Bayern 68,8
Rheinland-Pfalz 53,5
Bremen 47,4

Die Tendenz ist somit allgemein steigernd, jedoch nicht so hoch, wie erwartet und erwünscht. Wenngleich Schulen während der Corona-Pandemie zwangsläufig auf digitale Medien zurückgreifen mussten, hat diese Nutzung nicht zu der Entwicklung der Digitalisierung der Schulen geführt, die eigentlich erwünscht ist.

Das sehen auch Eltern schulpflichtiger Kinder so. Eine Befragung des Branchenverbandes Bitkom aus dem Jahr 2023 zeigt, dass 68 Prozent der Eltern den Status Quo bezüglich der Digitalisierung der Schulen mit einer Note 4 oder schlechter bewerten würden.

Deutschland und der internationale Vergleich

Im Vergleich zu anderen Ländern schneidet Deutschland, was die Digitalisierung der Schulen angeht, alles andere als gut ab und bewegt sich ungefähr zwischen dem 66. und 78. Platz. Das basiert auf der Aussage von Lehrkräften, von denen nur 30 Prozent zustimmten, während der Corona-Pandemie digitale Plattformen verwendet zu haben.

Länder wie:

  • Singapur
  • Dänemark
  • Schweden

liegen bezüglich der Digitalisierung – in Vergleich zu Deutschland – sehr viel weiter vorne.

Das zeigt ein weiterer Vergleich, der sich auf die Online-Zusammenarbeit der Schüler mindestens einmal in der Woche bezieht, noch deutlicher

 

Deutschland Dänemark
12 Prozent 86 Prozent

Welche Schwierigkeiten sind bei der Digitalisierung der Schulen in Deutschland zu erkennen?

Wenngleich die deutsche Bundesregierung und der Deutsche Bundestag gemeinsam den Entschluss gefasst haben, deutsche Schulen bezüglich der Digitalisierung mit einer Summe von 7 Milliarden Euro zu fördern (DigitalPakt), steht Deutschland nicht gut da, wenn es um die Digitalisierung der Schule geht.

Warum ist das so?

Gründe dafür gibt es leider viele. Zunächst einmal hat die IPSOS-Befragung der Vodafone Stiftung aus dem November 2022 über 3.000 Lehrkräfte aus elf europäischen Ländern befragt und dabei festgestellt, dass sich die Lehrkräfte in Deutschland am wenigsten in Verantwortung gezogen fühlen, wenn es um die Förderung der Digitalisierung der Schulen und des digitalen Verständnisses ihrer Schüler geht.

Was daraus folgt ist, dass ein Umdenken der Lehrkräfte und eine bessere Ausbildung und Schulung bezüglich der Digitalisierung und der Anwendung digitaler Medien stattfinden muss, um die Digitalisierung der Schulen in Deutschland voranzutreiben.

Dazu gesellen sich weitere Probleme:

  • Viele Schulen kennen sich nicht mit IT, rechtlichen Vorgaben, bürokratischen Hürden und der Erstellung eines Medienkonzeptes Für diese Zwecke müssten Schulen IT-Experten beschäftigen, die als Ansprechpartner für diesen Bereich gelten und sich um die verschiedenen Aspekte der IT kümmern.
  • Viele Lehrkräfte kennen sich mit digitalen Medien nicht aus, weshalb es notwendig wäre, zunächst einmal die Lehrkräfte diesbezüglich zu schulen. Sie können schließlich nur das Wissen vermitteln, was sie selbst haben.
  • Es kann durchaus Zeit in Anspruch nehmen, bis die Infrastruktur so ausgebaut ist, dass die Digitalisierung der Schule stattfinden kann. Oft können Fachfirmen, die die Infrastruktur ausbauen, nur in den Schulferien arbeiten, sodass sich die Arbeiten unter Umständen durchaus über mehrere Monate hinweg ziehen können.
  • Der Ausbau breitbandiger Verbindungen kann in einigen Regionen Deutschlands mit einer Wartezeit von bis zu 2 Jahren verbunden sein.
  • An Schulen fehlt es nicht selten an plattformübergreifenden Softwares und an Wissen über Datenschutz und Cyber-Security im Allgemeinen – das heißt erneut, dass eine umfassende Aufklärungsarbeit stattfinden muss.

Zudem darf bezüglich der Digitalisierung der Schulen nicht vergessen werden, dass nicht einfach so davon ausgegangen werden kann, dass Familien zu Hause über Endgeräte verfügen oder das Wissen haben, das für Online-Zusammenarbeiten zwischen Schülern und anderen Aufgaben eine wichtige Voraussetzung darstellt.

Selbst, wenn die Schule die Möglichkeit der Leihgeräte für Schüler zur Verfügung stellen möchte, ist es damit nicht getan. Denn bezüglich der Leihgeräte kommen weitere Aspekte auf die Schulen zu:

  • Wie sieht es mit der Nutzung außerhalb der Schule aus?
  • Wie wird die datenschutzkonforme und jugendschutz-gerechte Nutzung überwacht?
  • Wie wird sichergestellt, dass sich die Geräte immer auf dem aktuellen Stand der Sicherheit befinden?
  • Wie wird die Aktualisierung der Softwares garantiert?
  • Wie arbeiten verschiedene Geräte mit unterschiedlichen Betriebssystemen zusammen?
  • Wer kümmert sich um Schäden, die an den Geräten entstehen können?

Die Digitalisierung an Schulen in Deutschland spielt also durchaus eine wichtige Rolle, trifft auf der Praxis jedoch auf einige Schwierigkeiten. Deutschland steht, was die Digitalisierung der Schulen angeht nicht da, wo man das Land gerne sehen würde und schneidet im Vergleich zu anderen Ländern recht schlecht ab.

Mit einer guten Organisation, Wille und Durchhaltevermögen könnten sich die Zahlen jedoch bald ändern – wichtig ist, dass Schulen und Lehrkräfte zusammenarbeiten und sich der Wichtigkeit der Digitalisierung der Schulen bewusstwerden.